Streit um Kosten für grünen Hauptplatz

Erstellt am 08. April 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
54.000 Euro veranschlagt / Steingefäße sollen mit Blumen
und Palmen bepflanzt werden. SPÖ entsetzt über Kosten.
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Von Stefan Jedlicka

BADEN / Für die angekündigte Begrünung des Hauptplatzes wird die Stadt 20 große Pflanzgefäße aus Stein ankaufen, die mit einer Mischung aus bunt blühenden Blumen und Palmen bepflanzt werden sollen. So weit so gut. Zum Aufreger werden jedoch die Kosten: stolze 54.000 Euro nannte ÖVP-Klubobmann Rudolf Gehrer am Dienstag im Gemeinderat.

Ein grüneres Ortszentrum war von den Badenern im Rahmen der letztjährigen Bürgerbefragung mehrheitlich gefordert worden. Dies soll nun einerseits durch eine große Linde erreicht werden, die zwischen Kaiserhaus und Cafe Central gepflanzt wird. Andererseits durch die 20 über den Hauptplatz verteilten Steingefäße. Doch SPÖ-Gemeinderat Michael Grath (Foto links) ist entsetzt: „Unglaublich! Fast zwei mittlere Netto-Monatsgehälter für einen einzigen Luxus-Blumentrog. So werfen ÖVP und Grüne Steuergeld beim Fenster hinaus.“

Die Begrünung des Hauptplatzes werde von den Sozialdemokraten prinzipiell unterstützt. „Um das Geld, das die Stadtregierung für einen Blumentopf auszugeben bereit ist, bekäme man aber schon einen kleineren Gebrauchtwagen. Und zu den 54.000 Euro für die Anschaffung der Töpfe kommen noch zig-tausend Euro für die Pflanzung einer Linde und sonstige Maßnahmen“, kritisiert Grath. Er spricht von einer „schwarz-grünen Husch-Pfusch Aktion.“

Grundlage für den Ankauf der Blumentröge sei gerade einmal ein eingeholtes Angebot. Er könne die überstürzte Vorgehensweise nicht verstehen: „Die Stadtregierung hatte Zeit genug, um kostengünstigere Alternativen zu prüfen!“ Auch dem zuständigen Ausschuss seien Kostenvoranschläge und Alternativen nie vorgelegt worden.

Rudolf Gehrer weist die Kritik zurück (siehe Seite 9). Die Steingefäße seien massiv, aus kroatischem Avorio Kalkstein. Das beauftragte Expertenteam und Stadtgartendirektor Gerhard Weber (Foto rechts) sind überzeugt: „Auf einem der prominentesten Plätze der Stadt, ist wohl ein gediegener Stein angebracht, der sich mit dem hochwertigen Bodenbelag in ein harmonisches Ganzes zusammenfügt. Das verwendete Material unterstreicht die Vermittlung eines mediterranen Flairs in der Fußgängerzone.“ Bei der Entwicklung der Gefäße seien die spezifischen Notwendigkeiten der Badener Fußgängerzone berücksichtigt und auf die künftige Pflege Bedacht genommen worden.

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