Aufregung um Bank-Filialschließungen. Sparkasse Baden schließt Filialen in Teesdorf und Pfaffstätten sowie zwei Automatenfilialen. Kritik aus den Gemeinden.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 12. November 2020 (05:33)
Sparkassen-Vorstand Roman Dopler legt Filialen zusammen (links). 
Pfaffstättens Ortschef Christoph Kainz ist von den Plänen nicht begeistert (rechts).
Sparkasse/privat

Die Sparkasse Baden hat eine mehr als 150-jährige Geschichte. Nun rüstet sich das in der Region verankerte Bankinstitut für die Zukunft und ordnet seine Filialstruktur neu.

Betroffen sind aktuell die Filialen in Pfaffstätten und Teesdorf, die Mitte November geschlossen werden. „In kleineren Filialen, die nur von wenigen Mitarbeitern betreut werden, wird es immer schwieriger, allen heutigen Anforderungen im Kundenservice gerecht zu werden“, begründet Vorstandsdirektor Roman Dopler. Und er betont: „Filialzusammenlegungen gehören zu den Entwicklungen in der Bankenwelt“. Durch erhöhte individuelle Mobilität, geänderte Kundenströme oder Nutzung des Internets müsse auch die Sparkasse Baden ihre Strukturen anpassen. Laut Dopler nehme die Nutzung von Online-Angeboten rasant zu.

Auffallend war das nach dem ersten Lockdown. Seitdem sei die Frequenz spürbar geringer als vorher. „Uns ist wichtig, auf die Entwicklungen rechtzeitig zu reagieren“, erklärt Dopler.

Die Kunden der Filiale in Teesdorf werden künftig in der wesentlich größeren Filiale in Bad Vöslau persönlich betreut, jene von Pfaffstätten wandern in den modernsten Filialstandort der Sparkasse Baden in Leesdorf. Dopler betont, dass keine Mitarbeiter durch die Zusammenlegungen gekündigt werden und die bisherigen Berater ihre Kunden in den neuen Standorten weiter betreuen werden, gemäß dem Motto: „Ihr Berater ist dort und wartet auf Sie!“

Auch Selbstbedienungsstandorte werden geschlossen

Darüber hinaus werden mit 16. November auch die beiden Selbstbedienungsstandorte in Bad Schönau (Bezirk Wiener Neustadt) und Heiligenkreuz geschlossen. Die Bürgermeister seien Anfang voriger Woche über die Schließungen informiert worden, sagt Dopler. Die Kunden seien die Tage darauf in Form eines Briefes in Kenntnis gesetzt worden. Es werden aber nicht nur Filialen geschlossen, sondern in bestehende Standorte auch kräftig investiert, betont Dopler. „Nach der im letzten Jahr abgeschlossenen Neugestaltung unserer Filiale in Baden Leesdorf zu einem modernen Beratungszentrum beginnen wir noch heuer mit den Umbaumaßnahmen in unserer Filiale in Leobersdorf.“

Weniger euphorisch sieht die Situation Pfaffstättens Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Christoph Kainz, ÖVP. Er betont: „Zu sagen, ‚Wir übersiedeln‘, ist unfair und entspricht nicht den Tatsachen. Ich wurde am 3. November informiert, dass die Filiale am 16. November schließt.“

Kainz wollte zumindest den „Bankomaten und den Kontoauszugsautomaten erhalten, doch auch das war nicht möglich“, sagt Badens Nachbarbürgermeister. Sein Fazit lautet: „Ich nehme die Entscheidung der Sparkasse Baden zur Kenntnis, verstehen tue ich sie nicht. Mir ist schon klar, dass das Online-Banking immer mehr wird, aber der Standort in Pfaffstätten war ein äußerst attraktiver, weil er auch über Parkplätze verfügte. Das nutzten auch viele Sparkassen-Kunden aus Baden.“

Den Begriff Zusammenlegung will Kainz in diesem Zusammenhang nicht hören, „da streut man den Kunden Sand in die Augen“. Für seine Gemeinde sei klar: „Die Filiale der Raiffeisenbank bekommt einen noch wichtigeren Stellenwert, den gilt es, zu untermauern und zu unterstützen. Das werde ich auch den Pfaffstättnern so kommunizieren.“ Kritik kommt auch von den Bürgermeistern in Teesdorf und Heiligenkreuz.