Judo: Kämpfer vermarkten die Erfolge. Dem AJC Thermenregion geben die zwei Olympiamedaillen einen Aufschwung, genauso wie die kürzlich errungene EM-Goldmedaille.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 04. August 2021 (05:44)
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Die Hebel-Technik. Franz Winter (l.) und Robert Hatzl holten sich kurz vor den Olympischen Spielen den Europameistertitel im Kata. Der NÖN zeigten sie, wie das Hebeln funktioniert. Eine Technik, die auch in Tokio immer wieder zum Erfolg führte.
M. Zottl

Im Mutterland des Judos eroberten Österreichs Kämpfer zwei Medaillen. Shamil Borchashvili holte Bronze, einen Tag später jubelte die Ternitzerin Michaela Polleres gar über Silber. „Grundsätzlich hat das schon eine große Wirkung in den Medien gehabt“, glaubt AJC Thermenregion-Obmann Hannes Ferstl, dass Kampfsportvereine von den Olympischen Medaillen in naher Zukunft profitieren können: „Mich haben nach den Kämpfen einige Leute angerufen, ob ich das eh gesehen habe. Das hat sich verbreitet, wie ein Lauffeuer. Es herrscht schon eine Euphorie“, berichtet Ferstl, der seit Jahrzehnten im Judo ist, auch schon bei den Olympiasiegen von Peter Seisenbacher in den 1980er-Jahren mitfieberte.

„Auch damals hat es einen großen Aufschwung gegeben“, erhofft sich der Vereinschef eine ähnliche Entwicklung in den kommenden Wochen. Der nicht nur auf die Erfolge der Olympiasportler verweisen kann. Franz Winter schnappte sich gerade erst EM-Gold mit seinem Partner Robert Hatzl (Sporthaie) im nicht-olympischen Kata. Dabei zeigen zwei Partner die verschiedenen Judo-Techniken möglichst präzise vor, bekommen dafür von Wertungsrichtern Punkte. „Auch diesen Erfolg werden wir versuchen zu vermarkten“, verspricht Ferstl, der hofft dass dadurch auch wieder einige Jugendliche zum Judo finden.

Der reguläre Trainingsbetrieb nimmt erst wieder mit dem Schulstart Fahrt auf. Bis dahin müsse es gelingen, die Erfolge präsent zu halten, damit dann auch tatsächlich einige interessierte Kinder den Weg auf die Matte finden. Durch Corona waren die letzten Monate richtig schwierig: „Wenn Kinder ein halbes Jahr nichts machen dürfen, suchen sie sich klarerweise eine andere Beschäftigung.“

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