Baden: NÖM feiert 120 Jahre mit Milchstraße. Das Badener Stadtzentrum steht morgen Samstag, 9. Juni, ganz im Zeichen des 120-jährigen Jubiläums der NÖM AG (Niederösterreichische Molkerei), mit über 600 Mitarbeitern Badens größter Industriebetrieb.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 08. Juni 2018 (17:35)
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Ein Fest für die ganze Familie erwartet die Besucher der NÖM Milchstraße 2018 (im Bild eine Gruppe im Vorjahr). 
 
Wellenhofer

Von 10 bis 22 Uhr verwandelt sich die Badener Fußgängerzone in die „NÖM Milchstraße 2018“, einem Fest für die ganze Familie, mit vielen neuen Mit-Mach-Stationen für Groß und Klein.

Auf die Besucher wartet Spiel, Spaß, Spannung und Musik, darunter auch die Partyband „Die Wilden Kaiser“, die mit ihrer wild-kaiserlichen Mischung aus Austropop und Schlager in der Kaiserstadt Baden, der Heimat der NÖM, für die richtige Stimmung zum Jubiläum sorgen.

Ein Highlight der NÖM Milchstraße 2018  ist  die fru fru Rutschpartie im Kurpark, die erstmalig in Baden Station macht.

Im Vorfeld übt der Verein VGT (Verein gegen Tierfabriken) an der „Milch-Werbeveranstaltung“ heftige Kritik. So sei eine Tierschutz-Info-Demo außerhalb der Veranstaltungszone polizeilich untersagt worden. Grund sei laut VGT, dass vor dem Veranstaltungsbereich in der Innenstadt vier Pro-Milch- Versammlungen angemeldet worden seien, „um kritische Tierschutz-Demos zu verdrängen“.

Der VGT kritisiert, dass im Vorjahr auf dem NÖM-Milchfest kleine eingesperrte Kälbchen präsentiert wurden. Die Auflagen wurden eingehalten, entgegnet die NÖM, die heuer aber auf die Schau von Kälbern verzichten wird.
vgt.at

VGT-Aktivist Georg Prinz zeigt sich empört: „Es ist absurd, dass bei einem Milchfest noch zusätzliche Pro-Milch-Kundgebungen außerhalb der eigentlichen Veranstaltungszone abgehalten werden. Der Zweck ist hier eindeutig: Kritische Info-Demos für den Tierschutz sollen verhindert werden.“

Kritisiert wird weiters, dass im Vorjahr Besucher mit eingesperrten, kleinen Kälbern konfrontiert worden seien. Prinz: „Solche erst wenige Wochen alten Tierkinder den Menschenmassen auszusetzen und das nur, um den Profit und den Milchverkauf anzuregen, hat uns sehr schockiert.“ Denn Milch sei „schon lange kein Naturprodukt mehr, sondern eine Industrie, bei der die Tiere unter die Räder kommen“.

BH: Mehrere Versammlungen am selben Ort verboten

Badens Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner informiert auf Nachfrage der NÖN, dass bereits vor einigen Wochen vier Versammlungen bei der Bezirkshauptmannschaft Baden mit dem Zweck der Information zu dem Thema  „Pro Milch – Warum Milch ein wichtiges Nahrungsmittel ist“ angemeldet worden seien.

Die BH Baden habe „gemäß  den Bestimmungen des Versammlungsgesetzes entsprechende Schutzzonen rund um die angemeldeten Versammlungsorte festgelegt“, so Sonnleitner. Und: „Auf Grund dieser gesetzlichen Grundlage sind mehrere Versammlungen am selben Ort bzw. innerhalb des Schutzbereiches bereits angemeldeter Versammlungen verboten.“

Sonnleitner hält aber fest: „Die Bezirkshauptmannschaft Baden als zuständige Versammlungsbehörde lässt selbstverständlich ungeachtet inhaltlicher Informationsgehalte und Standpunkte (sofern der Zweck der Versammlung nicht den Strafgesetzen zuwiderläuft oder deren Abhaltung die öffentliche Sicherheit oder das öffentliche Wohl gefährdet)  jede  Versammlung und Kundgebung im Sinne des Versammlungsgesetzes zu.“

Keine Freude bei der NÖM AG

NÖM-Marketingleiter Erik Hofstädter findet es nicht in Ordnung, dass eine Handvoll Leute  eine Veranstaltung mit 5.000 Besuchern durch ihre Kritik medial in Misskredit bringen.  Gewiss sei  die Milchwirtschaft ein großer Wirtschaftsbereich sei, der viele Konsumenten betreffe. Aber gerade die NÖM und generell die Milchbetriebe in Österreichs hätten sehr hohe Standards, die eingehalten werden würden. „Wir sind massiv dahinter.“ Es gäbe andere Länder, wo er die Kritik verstehe.

Zu den ausgestellten Kälbern im Vorjahr meint Hofstädter, dass die gesetzlich festgelegten Auflagen eingehalten worden seien. So gab es eine große Schutzzone um die Kälber, damit es kein Streichelzoo wäre und die Tiere nur zum Anschauen dort waren. Um heuer keine weiteren Diskussionen führen zu müssen, würden diesmal keine Kälber ausgestellt werden. Stattdessen habe man mehr Aktivitäten für Kinder geplant.