Debatte um Platz für Schaf. Schaf im Gewerbegebiet: Wiener Tierschutzverein half Behörden und kritisiert Tierheim Baden. Dort erklärt man, keine Unterbringungsmöglichkeit für Nutztiere zu haben.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 10. Oktober 2018 (04:57)
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Das Schaf wurde „Daisy“ genannt und der Besitzer wird gesucht. Infos: 01 699 24 50.
WTV

Im Gewerbegebiet Oeynhausen irrte kürzlich ein Schaf umher und sorgte für einen Polizeieinsatz. Die alarmierten Beamten schafften es erst, zusammen mit einem Mitarbeiter einer dort ansässigen Firma das Tier einzufangen.

Wegen der Unterbringung informierte die Polizei das Tierheim Baden, das sich jedoch für unzuständig erklärte, weshalb der Wiener Tierschutzverein (WTV) kontaktiert wurde, der das Schaf ins Tierschutzhaus nach Vösendorf brachte.

WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic kritisiert, dass sich Tierheime Niederösterreichs für „unzuständig erklären“, obwohl die jeweilige Tierschutzcausa „sehr wohl in deren Einflussbereich“ fiele. Sie gibt zwar zu, dass die Tierheime in NÖ nach dem Förderungsvertrag mit dem Land „unverständlicher Weise“, so Petrovic, nicht verpflichtet seien, so genannte Nutztiere aufzunehmen. Sie sieht aber eine moralische Verpflichtung zu helfen: „Es kann nicht Aufgabe der Einsatzkräfte sein, stundenlang herumzutelefonieren, bis Hilfe organisiert wird.“

Petrovic sei sich im Klaren dass sich das Tierschutzhaus des WTV als größtes Tierheim Europas leichter tue, aber bei Gefahr in Verzug sollten alle helfen. Notrufe immer zum WTV umzuleiten, das ein privater, gemeinnütziger Verein ohne finanzielle Unterstützung durch das Land NÖ sei, dürfe kein Dauerzustand sein. Sie fordert erneut einen Tierschutzverbund für die Ostregion, wo auch Notrufe koordiniert werden können.

„Es tut mir leid, wenn wir nicht helfen konnten, aber manchmal sind uns die Hände gebunden.“

Badens Tierheimleiterin Silvia Dobner verweist darauf, keine Unterbringungsmöglichkeit für Nutztiere zu haben. Außerdem sei man von Gesetz her nicht zuständig. „Es tut mir leid, wenn wir nicht helfen konnten, aber manchmal sind uns die Hände gebunden.“ Man übernehme aber auch hin und wieder Tätigkeiten für den Wiener Tierschutzverein, hänge das aber „nicht an die große Glocke“. Die Kritik finde sie daher „mehr als entbehrlich“. Das bisherige Notrufsystem würde passen, man könne aber immer über Verbesserungen nachdenken.