Ärger über Sammelrunde in Coronazeiten. Am Wochenende ging die 2. Damen Bundesliga nach dreimonatiger Unterbrechung weiter. Insgesamt 16 Teams (1. Bundesliga OPO und 2. Bundesliga) waren in Kufstein im Einsatz. Ein Umstand, der der Mannschaft der Spielgemeinschaft Oberes Triestingtal/Guntramsdorf sauer aufstieß.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 03. Februar 2021 (06:32)
Michaela Ganselmayer, Hannelore Neuhold und Melanie Gruber (v.l.) spielten für die SG Oberes Triestingtal/Guntramsdorf bei der Sammelrunde in Kufstein.
Oberes Triestingtal/Guntramsdorf

Eines vorweg: Die zweite Damen-Mannschaft der SG Oberes Triestingtal/Guntramsdorf holte am Wochenende einen 5:1-Sieg gegen Kremsmünster und unterlag Kapfenberg mit 2:4, rangiert in der Tabelle auf Rang drei. Die sportlichen Ergebnisse waren aber fast Nebensache. Der Verein konnte nämlich nicht so richtig nachvollziehen, warum die Spieltage fünf bis sieben trotz herrschenden Corona-Lockdown als Sammelrunde durchgezogen wurden. In Kufstein waren alle sieben Mannschaften der 2. Damen Bundesliga im Einsatz. Dazu kamen die neun Teams aus dem Oberen Play-off der 1. Damen Bundesliga. In einer Presseaussendung des Vereins heißt es unter anderem: "Die Sinnhaftigkeit die Meisterschaft der 2. Damen-Bundesliga trotz des aktuellen COVID-19-Lockdowns in Form von Sammelrunden durchzuführen, stellte unser Verein (Vorstand und Spielerinnen) allerdings mehrfach in Frage."

Alles erlaubt und hohe Auflagen

Die NÖN hakte bei Bundesligavorsitzenden Frank Mair nach, der erst einmal fest halten will, dass die 2. Bundesliga als bundesweiter Wettbewerb stattfinden darf. Das Präventionskonzept sei von der Bezirkshauptmannschaft Kufstein abgenommen worden. Als Voraussetzung für die Teilnahme mussten alle Beteiligten einen negativen Coronatest vorweisen. Abseits der sportlichen Betätigung hätten die allgemein gültigen Coronaregeln (Abstand, etc.) gegolten. "Wir haben Veranstaltungen in kleineren Hallen auch abgesagt. Die Halle in Kufstein ist sehr groß - eine Dreieinhalb- oder sogar Vierfach-Halle", unterstreicht Mair. Darüber hinaus sei beim Tischtennis im Gegensatz zu anderen Hallensportarten kein Körperkontakt notwendig. Der Abstand durch den Tischtennistisch würde rund vier Meter betragen.

Kaum Training vor dem Restart

Sammelrunden sind in den Damen-Bundesligen üblich. Der Grundtenor der Teams sei gewesen, dass die Meisterschaft in gewohnter Form, also mit den Sammelrunden, weitergehen soll. Ein weiterer Kritikpunkt der Spielgemeinschaft Oberes Triestingtal/Guntramsdorf war die mangelnde Vorbereitung auf die Sammelrunde: "Noch dazu konnten unsere Damen in den letzten drei Monaten trotz des Bundesliga-Status unserer Spielerinnen nur sehr, sehr eingeschränkt trainieren." Der Verein, der am Samstagvormittag nach Tirol reiste und am Abend wieder heimfuhr, stellte für die Reise ein eigenes Präventionskonzept auf, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. 

Bei Rückzug keine Geldstrafen

Warum das Team nicht einfach auf die Teilnahme an der Sammelrunde verzichtete? Weil die SG hohe Strafen vonseiten des Verbandes fürchtete. Mair winkt zumindest teilweise ab. Geldstrafen soll es bei einem Ausstieg aus der Meisterschaft keine geben. In der 2. Damen Bundesliga würde es auch keinen Abstieg geben, wie Mair versichert: "Es sind aktuell nur sieben Mannschaften. Wir wollen diese Liga eigentlich mit zwölf Mannschaften spielen." Anders ist die Situation in den anderen fünf Bundesligen - 1. Bundesliga Oberes Play-off Damen/Herren, 1. Bundesliga Unteres Play-off Damen/Herren, 2. Bundesliga Herren. Dort sind die Ligen gefüllt. Ein Rückzug würde mit dem Abstieg geahndet werden. "Wir haben nach dem Abbruch der letzten Saison alle aufstiegswilligen Clubs in die 2. Bundesliga der Herren hochgezogen, weil wir kein Aufstiegsturnier durchführen konnten. Jetzt ist es eine 18er-Liga. Wir wollen auf 16 reduzieren", erklärt Mair. Bis dato habe übrigens keine einzige Mannschaft angekündigt, aufgrund der allgemeinen Coronasituation zurückziehen zu wollen. Das Credo laute laut Mair: "Wenn wir spielen dürfen, dann spielen wir."