Andreas Levenko als „McGregor“ an der Platte. Kampfsportler Conor McGregor ist Andreas Levenkos großes Vorbild. Das BAC-Ass will mit ähnlichen Tugenden an die Weltspitze kommen, ist seit kurzem Nummer eins der U21.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 07. Mai 2019 (01:57)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Andreas Levenko ist auf dem Weg zur absoluten Weltspitze. Dabei lässt sich der 20-Jährige nicht gerne reinreden, gibt sich authentisch und macht das, was er für richtig hält.
Badener AC

Andreas Levenko ist die kommende Nummer eins im heimischen Tischtennis, daran zweifeln die wenigsten. Der 20-Jährige scheint in der aktuellen U21-Weltrangliste als Nummer eins auf, bei der WM der Allgemeinen Klasse hatte das BAC-Ass den Südkoreaner Sangsu Lee (Nummer sechs der Welt) am Rande einer Niederlage, führte mit 2:0 in Sätzen. „Die Chance war da, ein bisschen was hat noch gefehlt“, gesteht Levenko.

Die internationalen Ausrufezeichen kommen nicht von ungefähr. Vater Dimitrij ist ein ständiger Förderer. „Wir trainieren jeden Tag, da gibt es keine Pause“, erzählt Levenko junior. Schon 2008 nahm sich Ex-Weltmeister Werner Schlager um das Talent an, gab ihm in der Schwechater Akademie wertvolle Tipps am Weg nach oben mit. Ein Weg, auf dem sich Levenko nicht nur Freunde machte, aber das macht Österreichs größtem Talent nicht viel aus: „Ich bin so, wie ich bin und nicht so, wie es der Tischtennisverband oder sonst wer haben möchte.“

Dem Tischtennis würden ohnehin die charismatischen Typen fehlen, ist Levenko überzeugt und möchte das ändern: „Mein Vorbild ist Conor McGregor“, verrät er. Warum gerade der exzentrische Kampfsportler (MMA) aus Irland? „Weil wir uns vom Charakter sehr ähnlich sind. Er inspiriert mich einfach.“ Im eigenen Sport hat er keine Vorbilder, da man sonst probieren würde Dinge zu kopieren – und das funktioniere nicht. So war auch das vom Verband inszenierte WM-Vorbereitungstraining mit dem Chinesischen Nationalteam nicht optimal. „Da waren sehr, sehr viele Leute“, verließ Levenko Faak/See vorzeitig und bereitete sich mit Team Hongkong in Stockerau vor. Besser wären Trainingsreize, wie Einheiten mit dem Pekinger Provinzteam (Chinas zweitbeste Trainingsgemeinde nach dem Nationalteam). Zweimal im Jahr trainiert Levenko hier mit. Auf Vereinsebene soll währenddessen der nächste Schritt folgen, so nimmt Levenko im Sommer von Herzensverein Baden Abschied. „Ich habe mich hier immer wohlgefühlt. Andreas Meixner und Co. machen einen tollen Job“, weiß Levenko, der einst nach einem Jahr bei Spitzenteam Linz wieder „heimkehrte“. 2020 will er mit Kapfenberg den Titel holen, ehe der Schritt ins Ausland – wohl nach Deutschland – folgt.

Die Lücke zur absoluten Weltspitze soll nach und nach kleiner werden, derzeit fehle es noch an vielen Aspekten, aber WM-Titel, Olympiamedaillen und Nummer-Eins-Status bei den „Großen“ seien nicht illusorisch: „Es ist möglich. Vielleicht gibt es Menschen, die sagen es ist nicht möglich, aber ich bin davon überzeugt, dass jeder alles erreichen kann.“