Bezirk Baden: Hotels verzeichnen deutlichen Rückgang. Weniger Nächtigungen im Sommer. Schlimmste Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt. Hoteliers vorsichtig optimistisch gestimmt.

Von David Steiner. Erstellt am 16. September 2020 (05:45)
Sowohl Tages- als Nächtigungstouristen erleben den Kurpark Baden, mit seinen Palmen und Exponaten des Foto-Festivals „La Gacilly Baden Photo“, heuer als kulturelle Stadtoase.
David Steiner

Die lokalen Tourimusbetriebe berichten von einem Geschäftsjahr, das große Einbußen brachte. Die Verluste aus den drei Monaten im Lockdown, von Mitte März bis Ende Mai, können nicht mehr ausgeglichen werden.

„Ein nicht verkauftes Hotelzimmer ist wie verdorbenes Fleisch, man kann es sich nicht mehr zurückholen“, betont Hotel-Direktor Roland Hirtenfelder vom Seminar- & Eventhotel Krainerhütte.

Nach einem verhaltenen Juni liefen Juli und August deutlich besser, als es sich Badens Hoteliers erwartet hätten. Beide Monate blieben aber unter dem Niveau der Vorjahre. Die Tourismusbilanz muss differenziert betrachtet werden. Im Gegensatz zum Nächtigungstourismus setzte der Tagestourismus in Baden unmittelbar nach dem Lockdown wieder ein.

„Wir beobachteten ab Juni wieder eine hohe Frequenz in der Innenstadt. Am Wochenende kommen vermehrt Wiener nach Baden, die Menschenmassen ausweichen wollen und Baden als schöne, historische Kleinstadt schätzen“, erzählt Badens Tourismusdirektor Klaus Lorenz. Im gewerblichen Nächtigungstourismus verzeichnete Baden im Juli und August einen Rückgang von durchschnittlich 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „In Anbetracht der Umstände fällt die Bilanz besser aus als erwartet. Von Normalzahlen sind wir aber weit entfernt“, betont Lorenz.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich in Bad Vöslau. Im Schnitt verzeichneten die örtlichen Beherbergungsbetriebe zwischen Anfang Mai und Ende August 40 Prozent weniger Nächtigungen als im Vorjahr, trotz eines neuen Motels, das erstmals in der Statistik erfasst wird. Auch in Bad Vöslau nimmt der Tagestourismus zu. „In der Tourist-Info erhalten wir derzeit sehr viele Anfragen zu Radfahr- und Wanderangeboten in Bad Vöslau. Bei Schönwetter herrschte großer Andrang im Thermalbad“, erzählt Tourist-Info-Leiterin Joelle Kußnow.

Tagestouristen würden sich zwar nicht auf die Zahl der Nächtigungen auswirken, aber zu positiven Rückmeldungen seitens der Gastronomie führen, betont Kußnow.

Mehrere Hotelbetreiber berichten, dass sich Gäste vermehrt über die Corona-Maßnahmen erkundigen. „Die strenge Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen wird von vielen Gästen gefordert“, verrät Kurt Dohnal, Direktor des Hotels Schloss Weikersdorf in Baden. Er habe betriebsintern viele Maßnahmen frühzeitig ab Anfang August verschärft.

Auf Abstand & Hygiene schon früh geachtet

Beim Buffet sei etwa ein Mitarbeiter ausschließlich dafür verantwortlich, auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu achten, erzählt Dohnal.

Das College Garden Hotel in Bad Vöslau nimmt das Testangebot der Initiative „Sichere Gastfreundschaft“ in Anspruch, bei der sich die ganze Belegschaft auf Kosten des Bundes wöchentlich auf das Coronavirus testen lässt. „Firmen die uns als Seminarhotel buchen wollen, schätzen diese Sicherheit“, erzählt Hotel-Chef Hans Lichtenwagner.

Seminargeschäft im Herbst läuft wieder an

Noch strengere Maßnahmen gelten etwa im Vivea Gesundheitshotel in Bad Vöslau. Hier müssen alle Gäste beim Antritt ihres Aufenthalts einen negativen Corona-Test vorweisen.

Im Herbst blicken mehrere Beherbergungsbetriebe bereits auf eine gute Buchungslage. Das Seminargeschäft läuft wieder an und Hochzeiten werden nachgeholt, vorausgesetzt, dass keine Verschärfungen der Corona-Regeln in Kraft treten.

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