Baden bleibt an der Spitze in NÖ. Plus 2,4 Prozent: Baden weiter nächtigungsstärkste Gemeinde im Land. „Baden ist im Aufbruch“, so Tourismusboss.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. März 2018 (05:31)
NOEN
Klaus Lorenz mit Prospekt für das Fotofestival in russisch.

Die Kurstadt Baden bleibt Niederösterreichs nächtigungsstärkste Tourismusgemeinde. Tourismusdirektor Klaus Lorenz freut sich über einen Anstieg an Nächtigungen um 2,4 Prozent. Insgesamt erreichte Baden im Vorjahr 425.016 Nächtigungen. Jedoch rückt Schwechat, die Nummer 2 im NÖ Tourismus, dem langjährigen Spitzenreiter immer näher, berichtet der NÖ Wirtschaftspressedienst. Im Vorjahr gelang der Brau-Stadt dank ihrer Flughafen-Hotels ein Riesensprung um 96.000 auf nunmehr 403.700 Übernachtungen.

Plus bei der Statistik trotz Verlust von Betten

Lorenz freut sich über das Tourismusplus besonders, da insgesamt rund 7.000 Nächtigungen im Vorjahr im Kurzentrum verloren gegangen sind durch den Umbau beim Mariazellerhof, dem einzigen Kurhotel Badens. Generell seien Kapazitätserweiterungen in den Beherbergungsbetrieben der häufigste Treiber bei den Tourismuszahlen. Wenn umgekehrt Betten durch Umbauten fehlen, „merkt man das sofort in der Statistik“, so Lorenz.

Baden wolle Hochqualitätsdestination sein – mit hohen Service-Leistungen. Bei den nackten Zahlen sei auffällig, dass die Inlandsübernachtungen gleich geblieben sind, Lorenz führt das auf den Wegfall der Mariazellerhof-Betten zurück, da die Besucher fast zur Gänze aus Österreich stammen. Hervorragend sei Deutschland, mit einem Plus von 12,8 Prozent. Russland habe sich nach der Krise wieder erholt und weise eine Zunahme um 13,2 Prozent auf. Lorenz: „Alle Hauptmärkte haben gut funktioniert.“

Ungarische Gäste sind gern in Baden

Auffallend seien auch die Steigerungen bei den ungarischen Gästen, die bereits der Nummer- Vier-Markt in Baden seien. Eine Umfrage habe ergeben, dass die Mittelschicht in Ungarn zunehme und nun beginne, zusätzlich zu den Hauptreisen im Jahr auch Kurztrips einzustreuen. Und hier biete sich Baden gut an, da es in der Nähe liege.

Der Wirtschaftstourismus (Seminare, Anm.) habe sich sehr gut entwickelt, Lorenz ortet nur zu Beginn von 2018 eine kurze Schwächephase. Der dominierende Anteil an den Übernachtungen in der Stadt Baden nehmen aber die Kliniken und Kuranstalten ein. Rund zwei Drittel der Gesamtnächtigungen der Stadt fallen in dem Bereich. „50:50 würde ich mir den Anteil wünschen“, ergänzt Lorenz.

Was den Torismuschef Badens aber freut, ist die Tatsache, dass Baden weg vom verstaubten Image der Kurstadt komme. „Baden ist im Aufbruch“, ist er überzeugt. Die Strategieänderung, die vor 15 Jahren eingesetzt habe, trage nun Früchte. Zum einen habe man begonnen, Eventmarketing als strategisches Instrument für den Imagewandel einzusetzen. Positiv habe dazu die Einführung der neuen Marke Baden beigetragen, die im touristischen Bereich fast vollständig durchgezogen worden sei.

Mittel und langfristig wolle sich Baden als Gesundheitsdestination strategisch positionieren, um auch das Interesse internationaler Investoren zu wecken. Ein Schlüsselprojekt sei das Grandhotel Sauerhof. Die Gemeinde unterstütze den Eigentümer, damit endlich eine Entscheidung zur Sanierung falle.

100.000 Besucher beim Fotofestival erwartet

Während im 19. Jahrhundert auf Prävention gesetzt wurde, wolle man nun das gesundheitliche Wohlgefühl in den Mittelpunkt stellen. Zu dem ganzheitlichen Erlebnis gebe es viele Ansätze. „Wesentlicher als die Hardware wie das Casino und das Theater ist das Lebensgefühl“, so Lorenz.

Hier komme das Eventmarketing ins Spiel. Veranstaltungen wie die Rosentage, die Genussmeile oder Baden in Weiß sollen dazu beitragen. Hier setzt Lorenz besonders auf das heuer anstehende erstmalige Fotofestival „La Gazilly - Baden“, das „strategisch für uns von ganz hohen Wert“ sei. So wird mit 100.000 Besuchern im ersten Jahr gerechnet – bei einem Potenzial im Umkreis von sechs Millionen Menschen. Lorenz erwartet sich einen Imagegewinn durch das „Setzen eines überregional wirksamen Leuchtturms“.

„Baden ist im Aufbruch“

Als Sensation wertet Lorenz, dass Baden im Vorjahr beim Travellers Choice Award der Internetplattform Tripadviser unter die Top 10 Reiseziele Österreichs gereiht wurde. Generell sei er „vorsichtig optimistisch, dass unser Weg der richtige ist“. Aber auch für die Zukunft habe er noch viel vor. So werde einerseits die Baden-Sightseeing-App weiter entwickelt, etwa durch ein 3-D-Modell der Weilburg. Aber auch neue Aktivitäten sind im Plan.

So führte Lorenz in Berlin auf der internationalen Tourismusmesse ITB Gespräche mit der Stadt Bonn, um gemeinsam mit Baden anlässlich des Beethoven-Jubiläums 2020 ein gemeinsames Angebot für den asiatischen Markt anzubieten. Bonn ist der Geburtsort des Meisterkomponisten und in Baden und Umgebung sind seine Spätwerke entstanden. „Es gibt noch viele weitere Gespräche“, kündigt Lorenz an. „Es tut sich immer etwas Neues.“