Schrecksekunde bei Rekordergebnis. Übernachtungen und Ankünfte steigen weiter. Irrtümliche Zahlen aber nach EDV-Problem bei der Datenübermittlung.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. November 2019 (04:33)
Nach der Nächtigungskorrektur der Monatsergebnisse verweisen Bürgermeister Stefan Szirucsek und Tourismusdirektor Klaus Lorenz auf die gute Entwicklung der Übernachtungen in den Badener Betrieben während der Fotofestivalmonate Mai bis September.
Andreas Fussi

Große ist die Freude bei VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek und Tourismusdirektor Klaus Lorenz mit den Gästezahlen. Im soeben abgeschlossenen Tourismusjahr 2018/2019 konnte mit 445.607 Übernachtungen (ein Plus von 1,86 Prozent) bei 88.671 Ankünften (plus 1,35 Prozent) das beste Ergebnis seit 20 Jahren erzielt werden.

„Ich habe gewusst, dass da etwas nicht stimmen kann“

Fast wäre es aber anders ausgefallen. Denn die Statistik Austria Daten weisen von Juni bis September knapp 4.400 Nächtigungen weniger als im Vorjahr aus, worauf die Bürgerliste sofort forderte, die Subventionierung des Fotofestivals durch die Stadt zu stoppen. Die gesunkenen Zahlen fielen Lorenz bereits im Sommer auf. „Ich habe gewusst, dass da etwas nicht stimmen kann“.

Er hatte Recht. Es stellte sich heraus, dass einer der größten Badener Beherbergungsbetriebe ein EDV-Problem hatte und die automatische elektronische Gästemeldung nicht erfolgte. Der Betrieb habe mittlerweile die Zahlen im Oktober nachgemeldet, weshalb in dem Monat nun fast 8.000 Nächtigungen mehr aufscheinen. Lorenz habe die Zahlen zurückgerechnet, in der Statistik Austria ist das aber nachträglich nicht vorgesehen.

Mit den Nachmeldungen ist die Tourismusbilanz weiter auf Erfolgskurs. Besonders erfreulich seien die Hauptmärkte Österreich, Deutschland und Russland, „die sich im Fünf-Jahres-Vergleich sehr positiv entwickelt haben“, freut sich Lorenz. Bemerkenswert sei auch der steigende Anteil der Übernachtungen durch internationale Gäste (+3,8%). Besonders die osteuropäischen Märkte Rumänien (+27,26%), Slowakei (+36,37%), sowie Tschechische Republik (+32,7%) fallen positiv auf und auch Ungarn. Insgesamt stammen im Badener Tourismus über 20 Prozent der Übernachtungen in der gewerblichen Hotellerie aus Osteuropa.

Stadtchef Szirucsek führt die positive Entwicklung „auf die professionell umgesetzte Tourismusstrategie der Stadt“ zurück. Er verweist auf die Leuchtturmprojekte, das Festival La Gacilly-Baden Photo und die Bewerbung zum UNESCO Weltkulturerbe Great Spas of Europe. Szirucsek freut sich, dass die die Übernachtungszahlen in den Festivalmonaten Juni bis September „im Vergleich zum hervorragenden Jahr 2018 weiter gestiegen“ seien.

"Wir wollen hochwertige Gäste mit Qualität und Nachhaltigkeit begeistern anstatt Massentourismus ohne Wertschöpfung.“

Ziel der Stadt sei, den Schwerpunkt auf privaten Gesundheitstourismus zu setzen, „modern und trendig interpretiert“. Denn, so Szirucsek: Wir wollen hochwertige Gäste mit Qualität und Nachhaltigkeit begeistern anstatt Massentourismus ohne Wertschöpfung.“ Die Zuerkennung als Weltkulturerbe, verbunden mit der Kooperation innerhalb der Great Spas of Europe, sei „ein weiterer wesentlicher Schritt in der Repositionierung Badens als international bedeutende Gesundheitsdestination“, ergänzt Lorenz.