Niederösterreichs Kultur traf sich in Baden

Erstellt am 07. Juli 2022 | 04:39
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Stefan Szirucsek, Kristina Sprenger, Lois Lammerhuber, der von Johanna Mikl-Leitner anlässlich seines 70. Geburtstages mit einer Magnum-Flasche Wein überrascht wurde und Hermann Dikowitsch, Leiter der Abteilung Kunst & Kultur im Land NÖ.
Foto: Jandrinitsch
Landeshauptfrau lud Kulturschaffende aus ganz Niederösterreich nach Baden, um enge Verzahnung zwischen Kultur & Tourismus zu betonen.
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Nein, niemand müsse sich fürchten, das Land wolle keine Kommerzialisierung oder einen Ausverkauf des Landes, das war die Botschaft des Kunst- und Tourismusgespräches, zu dem Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nach Baden lud.

Aber dass die Kunst ein Magnet sei, der im Flächenland Niederösterreich in Form von Festivals vor allem im Sommer begeistert und Menschen anzieht, sei eine besondere Eigenart von Niederösterreich. Denn im Gegensatz zu anderen Bundesländern „finden Festivals nicht nur in Städten statt, sondern jede Region hat einen kulturellen Schwerpunkt zu bieten, etwa die Weinviertler Kellergassen oder die Festivals, die ohne die charakteristische Umgebung nicht denkbar wären“, betonte die Landeshauptfrau.

Gerade diese Landschaften wären es, die einen Zauber ausüben und so die Festivals magisch machen. Aber was nutze die ganze Magie, wenn nicht vor der Vorstellung die Möglichkeit besteht, „in ein Restaurant oder Gasthaus essen zu gehen und nach dem Festival-Besuch auch in der Region zu nächtigen?“, fragte Mikl-Leitner.

Nicht nur Ausflüge, sondern auch Nächtigungen

Die Zielsetzung sei klar: Niederösterreich müsse vom Ausflugsland zum Tourismusland werden, deshalb sei es das Gebot der Stunde, „Betten anzubieten. Eine Idee kann sein, alte Weinkeller in Bed & Breakfast-Unterbringungsmöglichkeiten umzuwandeln.“ Denn gerade in schwierigen Zeiten müssten die Rahmenbedingungen passen, befand auch Hauptrednerin Kristina Sprenger, die nicht nur Schauspielerin und Moderatorin ist, sondern auch die Obfrau des Theaterfestes Niederösterreich. Unweit von Baden, in Berndorf, zeichnet sie für die Sommerspiele im Stadttheater verantwortlich.

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Kristina Sprenger mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, im Hintergrund der Moderator des Gespräches, Reinhard Linke, Leiter der ORF-Kulturredaktion in St. Pölten.
Foto: Jandrinitsch

„Kultur und Tourismus haben absolut ähnliche Voraussetzungen. Es sind sicher die zwei Branchen gewesen, die in der Pandemie, die am leidtragendsten waren“, sagte Sprenger. Die Nachwirkungen wären immer noch zu spüren. Die Menschen zeigten „immer noch eine gewisse Zurückhaltung, ins Theater zu gehen“.

Der Ukraine-Konflikt und die gegenwärtige Inflation täten das Übrige dazu, um Menschen von Kulturinstitutionen fernzuhalten. Auf der anderen Seite würden Menschen verstärkt Kurzurlaube nutzen, um ihre Batterien wieder aufzutanken. Niederösterreich biete flächendeckend Kultur an, „in allen vier Vierteln“, was eine Pionierleistung sei. Jetzt gelte es, die Menschen hier abzuholen. Das Ziel sei klar: „Die Kulturfestivals aus der Saisonalität holen, es muss das ganze Jahr etwas passieren, nicht nur sechs Monate“, merkte Sprenger an.

Schon längst biete Niederösterreich mehr als nur Sommertheater, wie Literaturfestivals, Kinosommer oder eben das Photofestival in der Stadt Baden auf beeindruckende Weise zeigen. „Das Photofestival hat die Stadt jünger gemacht“, befand die Landeshauptfrau. Die Wachstumsimpulse, die Kultur bringen, lassen sich auch gut in Zahlen gießen: 25.000 Menschen sind in Kunst und Kultur tätig, 208 Millionen Euro an Umwegrentabilität sind direkt und indirekt auf Kultur zurückzuführen.

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