Gesundes Essen in Kinderbetreuungseinrichtungen. FPÖ brachte vier Dringlichkeitsanträge ein, dabei kochte auch das Thema Essenslieferungen wieder hoch.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 14. Juli 2021 (03:06)
Schulkantinen sollen gesünderes Essen anbieten
Symbolbild
APA (dpa)

Den Dringlichkeitsanträgen der FPÖ wurde durch die SPÖ-Mehrheit die Dringlichkeit nicht zuerkannt. Auch nicht, dass die FPÖ wieder das Thema Essenslieferung in Kinderbetreuungseinrichtungen auf das Tapet bringen wollte.

Dieses war schon vor über einem Jahr hochgekocht, als die Stadt einem in Oeynhausen ansässigen Fleischereibetrieb die Belieferung des Oeynhausner Kindergartens „Hamsternest“ entzog. Der Fleischer verstand diese Vorgehensweise damals nicht.

Statt dem Fleischer übernahm ein Gastronomiebetrieb aus Baden die Essenslieferung in den Kindergarten. Dieser Gastronomiebetrieb führte darüber hinaus rund 20 Schulbuffets im südlichen Niederösterreich.

In die Schlagzeilen geriet der Geschäftsführer dieses Schulbuffet-Betriebes. Er soll durch Vortäuschung falscher Liefermengen für Obst und Gemüse und der Vorlage überhöhter Rechnungen von 2015 bis 2019 fälschlich über 1,1 Millionen Euro EU-Fördergelder bezogen haben. Dafür wurde er zu zweieinhalb Jahren Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt und muss das Geld zurückzahlen.

Laut Schulstadtrat Clemens Zinnbauer, SPÖ, habe der jetzige Essenslieferant nichts mit dem Schulbuffet-Betrieb des verurteilten Geschäftsführers zu tun. Auch das Hauptschulbuffet wurde nicht von diesem beliefert.

Essenslieferungen des jetzigen Schul-Caterers, der mit dem Verurteilten einst ein Lokal in Baden betrieb, gibt es hingegen in die Volksschule Tribuswinkel, wo der Elternverein vor Schulschluss dem Schulstadtrat eine Unterschriftenliste übergeben hat, weil die Kinder mit dem Essen nicht zufrieden wären.

Keine Beschwerden in anderen Stadtteilen

Das überrascht Zinnbauer, denn: „In allen anderen Kinderbetreuungseinrichtungen haben wir keine Beschwerden in der Form, vielleicht erreichen mich ein, zwei E-Mails im Monat von Eltern, deren Kinder etwa die eine oder andere Speise nicht essen.“

Was Zinnbauer etwas verwundert: „Auf der Unterschriftenliste waren die Namen von 86 Personen aufgelistet, davon essen aber nur 84 Kinder in der Schule.“ Die Forderung der FPÖ, Verträge mit Essenslieferanten müssten zukünftig vom Gemeinderat beschlossen werden, treffe nicht zu. „Der Gemeinderat kann sich nicht mit etwas beauftragen, für das er nicht zuständig ist, das fällt unter laufende Verwaltung. Und den Vertrag mit dem Gastronomen hat die Volkshilfe.“

Zinnbauer sieht die Sache emotionslos: „Mir persönlich ist es egal, wer die Kinderbetreuungseinrichtungen beliefert, solange die Qualität des Essens passt und den ‚Tut gut‘-Anforderungen entspricht. Ich habe mich auch schon mit dem Lieferanten und der Hortleiterin zusammengesetzt und eine Lösung erarbeitet. Im September werden die Kinder selbst nach jedem Essen die Smileys auf einem Fragebogen ankreuzen, je nachdem, ob das Essen geschmeckt hat oder nicht. Wir werden das einen Monat lang machen und dann statistisch auswerten, wie die Kinder das Essen beurteilt haben.“