Leesdorfer Straße: Ruf nach Tempo 50 wird lauter. ÖVP fordert gemeinsam mit Anrainern eine Versetzung der Ortstafel samt Temporeduktion.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 12. Juni 2020 (05:34)
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Ausschau halten nach dem nächsten Auto: ÖVP-Stadtparteiobmann Max Aigner (r.) mit Christoph Wunderlich (l.) und Martin Paar (M.).
Sissy Rosenbichler

Die Leesdorfer Straße in Tribuswinkel ist die Verbindungsstraße zum Ortsteil Wienersdorf und eine Gemeindestraße.

Was der ÖVP-Parteiobmann Max Aigner aber sauer aufstößt: „In der Tribuswinkler Bevölkerung wird die Leesdorfer Straße seit mehr als dreißig Jahren als ‚Rennstrecke‘ bezeichnet. Die auf dieser Straße erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wird oftmals rasch und das schon vor der Abzweigung zur Gast- und Sportstätte Wunderlich sowie dem Kindergarten im Schloss Tribuswinkel erreicht. Diese erlaubten 100 km/h stellen für die Ab- und Einbieger zur Sportanlage sowie für die zahlreichen Fußgänger, Walker, Hundespaziergänger, Läufer, den Anwohnern mit ihren Kindern und vielen anderen eine große Gefahr dar.“ Denn diese müssten die Straße ungesichert überqueren, um auf die Wege von und zur Schwechat samt ihrem Erholungsgebiet und zum Schlosspark zu gelangen.

Tennisclub-Besitzer will die Situation ändern

Auf die Seite der ÖVP stellen sich auch Christoph Wunderlich, Besitzer der besagten Tennisanlage und Sissy Rosenbichler, die hier sehr gerne eine Partie Tennis spielt. Wunderlich erklärt: „Wir möchten hier einfach mehr Sicherheit haben. Zu der Gesamtsituation kommt noch, dass das Ortsschild hinter einem Baum versteckt ist, das ist wirklich ein blödes Zusammentreffen. Ich möchte, dass hier irgendetwas unternommen wird, denn es geht um die Sicherheit für die Fußgänger. Jetzt nach dem Lockdown ist es besonders schlimm, das sehe ich, wenn ich etwa von der Oberwaltersdorfer Straße zu Fuß zum Tennisplatz gehe“, sagt Wunderlich.

Die ÖVP hat gedanklich mehrere Modelle durchgespielt, um eine Verkehrsberuhigung und Geschwindigkeitsreduktion zu erreichen. Ein erster Schritt könnte das Anbringen einer Hinweistafel „Achtung Fußgänger“ sein, „eine verbindliche Geschwindigkeitsbeschränkung stellt für die ÖVP aber die effektivste Maßnahme zur Entschärfung dieser Verkehrssituation dar“, macht Obmann Aigner klar. Deshalb hat die ÖVP auf dem Gemeindeamt einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, in dem sie die Gemeinde ersucht, eine Geschwindigkeitsreduktion von Tempo 50 anzuordnen.

Vizebürgermeister Franz Gartner, SPÖ, kennt die Situation in der Leesdorfer Straße seit Jahren. Obwohl die Leesdorfer Straße im Gemeindebesitz sei, könne die Gemeinde nicht einfach so Tempo 50 verordnen, das brauche die Zustimmung des Landes. „Wir haben mehrmals in Verhandlungen mit dem Land versucht, die Ortstafel weiter raus zu versetzen, um so einen 50er verordnet zu bekommen. Da es sich bei einer Seite der Straße um unverbautes Gebiet handelt, sind wir bis jetzt jedesmal gescheitert. Die ÖVP kann ja ihre Kontakte zur Landesregierung nutzen, damit wir dieses Ziel erreichen.“

Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner sagt dazu: „Die Versetzung der Ortstafel wurde im Jahr 2015 geprüft und war mangels zusammenhängender Verbauung der Grundstücke im verfahrensrelevanten Bereich nicht gerechtfertigt.“

Und Stadtchef Andreas Babler, SPÖ, bekräftigt: „Es ist ein gutes Anliegen, dass die ÖVP eine langjährige Forderung der Stadtgemeinde Traiskirchen unterstützt. Wenn die ÖVP mich angerufen hätte, dann hätte ich ihr erklären können, wie die Lage in der Leesdorfer Straße ist und damit alle Unklarheiten beseitigen.“