Babler zu Gast im Vatikan. Traiskirchens Stadtchef Andreas Babler nahm an Konferenz zum Thema Flüchtlingspolitik teil und hielt vor der Päpstlichen Akademie Rede zur Flüchtlingssituation.

Erstellt am 12. Dezember 2016 (09:15)
NOEN, Stadtgemeinde
Gemeinsamer Austausch mit Madrids Bürgermeisterin Manuela Carmena.

Auf Einladung von Papst Franziskus nahm SPÖ-Bürgermeister Andreas Babler im Vatikan an einer Konferenz zum Thema Flüchtlingspolitik teil. Von 71 Städten, aus ganz Europa und dem Mittelmeerraum, waren Bürgermeister nach Rom gekommen, um sich auszutauschen.

Über zwei Tage hat man sich in Gesprächen und Vorträgen mit den Herausforderungen der Flüchtlingspolitik auseinandergesetzt. Gemeinsam wurden Aufgaben analysiert, mit dem Ziel, die oft nicht vorhandene Unterstützung und mangelnde Lösungskompetenz der internationalen Politik zu diskutieren. Am Ende wurde eine gemeinsame Resolution verabschiedet, die sich zu einem gerechteren und humaneren Europa bekennt und verstärkt auf internationale Vernetzung setzt.

Neue ökonomische Spielregeln

Die vorab angekündigte Audienz der Bürgermeister beim Papst wurde kurzfristig abgesagt. Bürgermeister Babler zeigt sich dennoch sehr zufrieden über die Tagung im Vatikan. In seinem Vortrag skizzierte er positive Möglichkeiten des Zusammenlebens in Städten anhand der Erfahrungen in Traiskirchen, das seit 60 Jahren eng mit dem Thema Flucht verbunden ist. Gleichzeitig sieht er „dringenden Handlungsbedarf“ für eine Re-Regulierung des freien Welthandels.

NOEN, Photoservice Vatikan
Andreas Babler bei seiner Rede vor der Päpstlichen Akademie.

Flüchtlingspolitik könne nicht losgelöst von politischen und ökonomischen Fragen betrachtet werden, so Babler. „Sonst produziert dieses System weiterhin Fluchtbewegungen. Es braucht neue ökonomische Spielregeln, basierend auf Solidarität und den Erlass von Schulden. Und nicht, so wie bisher, auf Ausbeutung von Ressourcen und den Kampf um Einflusssphären der Märkte.“

Babler hatte bereits im Jänner die erste internationale Bürgermeisterkonferenz „N-O-W“ in Wien mitinitiiert.