Schwimmen als erklärtes Rettungsziel der Wasserrettung. Das Ziel des Teams im Freibad ist klar: So vielen Menschen wie möglich Schwimmen zu lernen. Wasserrettung Traiskirchen

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 02. August 2019 (03:41)
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Ein starkes Team: Arnel Brzovic, Rudi Baumgartner, Mario Konorsa, Abschnittsleiter Leopold Nedjelik, Christian und Petra Bauer. Bis auf Praktikant Arnel Bzovic gehören alle Bademeister auch zum Team der Wasserrettung.

Leopold Nedjelik geht aufmerksam über das Gelände des Aquasplash Traiskirchen. Das Freibad bietet maximal 2.500 Badegästen gleichzeitig Platz, besonderes Augenmerk legt der Bademeister auf den störungsfreien, also staufreien Rutschbetrieb.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Nedjelik, der nicht nur Bademeister, sondern auch Chef der Wasserrettung Traiskirchen ist. Badebetrieb ist jeden Tag von sieben Uhr morgens bis 19.30 Uhr, danach gehören die Becken der Wasserrettung.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“

„Im Moment trainieren wir jeden Mittwoch und bieten Kurse für den Erwerb des Helferscheins und des Rettungsscheins an“, erzählt Nedjelik. Der Retterschein ist Grundvoraussetzung, damit jemand der Wasserrettung beitreten kann. Auf dem Retterschein bauen alle anderen Kurse, wie etwa die Tauchausbildung, über die Nedjelik ebenfalls verfügt, auf.

Zwar steht die Wasserrettung Traiskirchen im Katastrophenfall und bei Suchaktionen bereit, als ihre vordringlichste Aufgabe sieht Nedjelik es allerdings, „den Menschen Schwimmen beizubringen“. Gerade in seinem Beruf als Bademeister beobachte er, dass die korrekte Schwimmhaltung nicht immer zu den Stärken der Badegäste zählt, egal ob es sich um Erwachsene oder Kinder handelt. Es sei wichtig, das richtige Schwimmen schon im Kindesalter zu erlernen, denn, erklärt Nedjelik: „Da hakt‘s meistens“.

Schwimmen ist (über)lebenswichtig

Laut einer heuer durchgeführten Studie von Rotem Kreuz und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit überschätzen Eltern die Schwimmkompetenz ihres Nachwuchses eklatant. Ein sich über Wasser halten können ist nicht gleichzusetzen mit richtigem Schwimmen. 700.000 Personen können überhaupt nicht schwimmen. Und Ertrinken ist ein lautloser Tod: Gerade Kleinkinder strampeln nicht und schlagen nicht um sich, sie gehen einfach unter und werden im privaten Bereich viel zu spät entdeckt.

Die Schwimmkurse für Kinder finden in den Herbst- und Wintermonaten im Lehrschwimmbecken in der Neuen Mittelschule in Traiskirchen statt. „Es braucht mindestens zwischen zehn und zwölf Einheiten, damit die Kinder Schwimmen lernen, das bringen wir meistens hin“, erzählt Nedjelik. Im Moment stehen bei der Wasserrettung Polizeischüleranwärter und angehende Pädagogen für Schule und Kindergarten Schlange. Sie müssen vor einer etwaigen Aufnahme den Fahrtenschwimmerschein vorweisen und pilgern daher zum Schwimmkurs samt Prüfung ins Aquasplash.

Auch Bad-Betriebsleiterin Petra Bauer gehört zum Team der Wasserrettung. Sie ist überall dort, wo es zwischenmenschliche Reibungspunkte zu entschärfen gibt. „Ich bin vor allem im Kassenbereich tätig und habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn etwas passiert, viele Menschen zur Kassa laufen und nicht zum Bademeister. Deshalb habe ich für mich entschlossen, ebenfalls den Retterschein zu machen.“