Thomas Zinnbauer: Aufgegeben werden nur Ansichtskarten!. Nach einer OP musste Thomas Zinnbauer erst wieder lernen zu gehen. Seinem Engagement tut das keinen Abbruch.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 21. Oktober 2018 (05:17)
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Schon im Alter von 16 Jahren war Thomas Zinnbauer kreativ tätig – heute hat er ein eigenes Atelier für seine Arbeit.
Philipp Grabner

Herzlich, direkt und humorvoll – Thomas Zinnbauer begegnet einem wie eh und je. Nur eines ist heute anders: Der umtriebige Künstler, Obmann des Tourismus- und Wirtschaftsfördervereins und SPÖ-Gemeinderat, sitzt im Rollstuhl. Ein schweres Nervenleiden nach einer Operation im Vorjahr macht dies nötig.

NOEN

Zinnbauer aber sieht die Sache positiv – gibt aber auch zu, dass er das anfangs überhaupt nicht akzeptieren wollte: „Mittlerweile habe ich die Situation angenommen und komme damit klar. Aufgeben war für mich nie ein Thema – denn aufgegeben werden nur Ansichtskarten“, lächelt Zinnbauer. Gehen musste er erst wieder lernen – mit Krücken kann er bereits wieder kurze Strecken bewältigen.

"Das ,Immerland‘ entstand mit der Absicht, eine Welt darzustellen, in der es keine Sorgen, keine Ängste gibt!“ Thomas Zinnbauer

Die Kreativität entdeckte Zinnbauer schon in jungen Jahren für sich. „Etwa im Alter von 16 Jahren habe ich zu zeichnen begonnen“, erinnert sich der gebürtige Wiener und nunmehrige Traiskirchner zurück. Im Jahr 1991 zog er nach Tribuswinkel, wo er sein erstes Großraumatelier einrichtete. Im Jahr 1996 schuf er sein erstes sogenanntes „Immerland“-Bild – ein Begriff, der untrennbar mit Zinnbauers Namen verbunden ist: „Das ,Immerland‘ entstand vor vielen Jahren mit der Absicht, eine Welt darzustellen, in der es keine Sorgen, keine Ängste gibt“, erklärt er. Gekennzeichnet sind diese Bilder mit unendlichen Horizonten, Bäumen und Luftwürmern.

Sein nächstes Projekt ist es übrigens, seine Erlebnisse der letzten eineinhalb Jahre in Form eines Buches niederzuschreiben: „Einerseits, um diese Erlebnisse selbst zu verarbeiten. Andererseits, um anderen Menschen Mut zu machen: Es lohnt sich, sich über jeden neuen Tag zu freuen!“

Am Samstag, 20. Oktober lädt das Kunsthaus „Immerland“ am Hauptplatz 11 übrigens zum Tag des offenen Ateliers ein.