Vogelspielplatz für Asylkinder. Zivilgesellschaftliches Kinderspielplatzprojekt mittels crowdfunding im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen fertiggestellt. Ein farbenfroher Vogel dient als Grundform.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. Oktober 2016 (05:27)
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Christoph Lindner, Catherine Schütze und „Lager“-Leiter Franz Schabhüttl.
Fussi, Fussi

Nach einem Jahr Planungszeit ist nun der neue Kinderspielplatz in Vogelform im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen fertig worden.

Das Projekt ist aufgrund einer privaten Initiative von zwei jungen Wiener Architekten, Catherine Schütze und Christoph Lindner (architektur2000) im Sommer 2015 entstanden. „Zu einem Zeitpunkt, an dem die massive Überbelegung des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen offensichtlich wurde und auch viele andere Österreicher privates Engagement gezeigt haben“. „Die Situation hat uns an der Seele gekratzt und war Auslöser für eine enorme Spendenbereitschaft“, erklärt Lindner.

Vorbildwirkung übernehmen

„Der Kinderspielplatz stellt ein lebendiges und liebevolles Projekt dar, das bestehende Spielflächen ergänzt, und den Kindern im Erstaufnahmezentrum – aktuell sind es 85 schulpflichtige – zumindest stundenweise Freude bereiten und ihnen helfen kann, die Gedanken an ihren leidvollen Weg der Flucht kurzzeitig zu vergessen“, ergänzt Schütze. Der bunte Spielplatz ist aus hochwertigem Material errichtet worden, das besonders widerstandsfähig ist.

Ein fliegender, farbenfroher Vogel dient als Grundform für das Spielplatzprojekt Traiskirchen und soll Assoziationen mit Freiheit und Friedenstaube hervorrufen.
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Die Umsetzung im Gesamtwert von ca. 100.000 Euro, ist ausschließlich mit Geld-, Sach- und Zeitspenden finanziert worden, ermöglich durch die Unterstützung österreichischer Unternehmen, der Kinderfreunde und dem Engagement privater Spender auf der crowdfunding Plattform www.respekt.net. Lindner hebt vor allem die Sponsoren Porr, Borealis, Fundermax, HBH und UNWG hervor. Ihr Projekt stehe unter dem Grundsatz von Margarete Schütte-Lihotzky, wonach Architektur „stets eine Dienstleistung am Menschen“ sei. „Jeder kann nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag leisten für eine solidarische Zivilgesellschaft.“

Geplant ist, dass Traiskirchen mit diesem Prototyp des „VOGELspielplatzes“ Ausgangspunkt für ein langfristiges, österreichweites, solidarisches Spielplatzprojekt darstellt und Vorbildwirkung übernimmt.

Der Leiter der Betreuungsstelle Ost, Franz Schabhüttl, bedankt sich im Rahmen des Medientermins bei den zwei Architekten für diese bemerkenswerte Initiative. „Die Kinder sind von der Flucht besonders betroffen und können gar nichts dafür.“