Wurde verschollener „Leopold“ gefunden?. Polizeibeamter aus Polyester sollte ab 2005 Raser einbremsen, doch einige Jahre später verschwand er spurlos.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 12. April 2018 (05:51)

Im Tal befinden sich viele Bunkeranlagen, Luftschutzkeller und Stollensysteme, um die hier ansässige Schwerindustrie zu schützen. Doch durch das damals nahende Kriegsende blieben die meisten dieser Anlagen unvollendet. Diese Stollen werden seither immer wieder von Höhlenforschern, Spurensuchern und „Zeitgeschichtlern“ besucht.

Wachmann wurde einfach "entsorgt"

Schon seit längerer Zeit wurde gemunkelt, dass in einem dieser Stollensysteme im Raum Berndorf ein rund zwei Meter großer Wachmann „entsorgt“ worden sei. Höhlenforscher Peter Walka gab dieser Tage dem Verein „Tridok-Triestingtal Dokumentation“ einen entscheidenden Hinweis, wo sich die Figur befinden könnte.

Sogleich machte sich das Tridok-Team mit Thomas Braun und Dietmar Holzinger auf große Entdeckungstour und man wurde tatsächlich bald fündig. Am Ende einer rund 300 Meter langen Bunkeranlage lugte aus einer Schuttmasse eine Hand mitsamt Radarpistole heraus. Nach dem ersten Schrecken wurde rasch festgestellt, dass es sich um eine Polyesterhand handelte.

In unmittelbarer Nähe wurde dann der Rest einer lebensgroßen Polizei-Figur gefunden, beziehungsweise was davon noch übrig ist. Ob es sich dabei um den Polyesterwächter „Leopold“ handelt, der vor rund zehn Jahren in Weissenbach spurlos verschwunden war, wird sich wahrscheinlich nicht mehr hundertprozentig feststellen lassen. Große Ähnlichkeiten sind zwar vorhanden, aber durch zahlreiche Beschädigungen kann man nicht mit Sicherheit davon ausgehen.

„Leopold“ wurde jedenfalls im Jahr 2005 am Straßenrand in Weissenbach aufgestellt, um Raser einzubremsen. Dies sorgte damals für einige Furore und sogar im ORF wurde darüber berichtet. Der Polyester-Polizist wurde damals Leopold genannt, weil er am Leopolditag erstmals seinen Dienst antrat. „Der Friede währte allerdings nur einige Jahre, denn ‚Leopold‘ verschwand eines Nachts spurlos“, so Bürgermeister Johann Miedl (ÖVP), der damals Anzeige erstattete.