Viele Hände für Vielfalt in Leobersdorf

Wie Freiwillige, Schulkinder und Schafe mit Biologinnen artenreiche Lebensräume am Lindenberg erhalten.

Erstellt am 23. Oktober 2021 | 05:12
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Etwa ein Dutzend Freiwilliger trafen sich am 15. Oktober am Lindenberg zur Trockenrasenpflege mit LPV-Obfrau Irene Drozdowski, darunter auch Helga Kral (Gesunde Gemeinde) und Gemeinderat Herbert Bader (GHL).
Foto: Steiner

Der Begriff „Urwald“ weckt Bilder in unseren Köpfen: eine artenreiche, dichte Pflanzenwelt, Boden, auf dem es kreucht und fleucht, grüne Lungen.

Nur wenige wissen, dass es in Mitteleuropa Lebensräume gibt, die noch älter sind als hiesige Wälder: die Trockenrasen oder „Steppen“. Noch im Oktober blühen auf ihren kargen Böden bunte Blumen wie die Kartäusernelke oder die Gelbe Skabiose. Auf einem Fleck entdeckt das geschulte Auge drei verschiedene Schneckenhäuser. Die Liste der Arten ist lang. Nicht umsonst bezeichnet Biologin Irene Drozdowski Trockenrasen auch als „Urwälder der Offenlandschaft“. Entlang der Thermenlinie haben Offenland-Lebensräume durch klimatische und landschaftliche Begebenheiten eine Artenvielfalt hervorgebracht, die österreichweit auffällig ist. Doch diese Vielfalt ist bedroht.

65 Schulkinder als Naturschützer

Der Einfluss des Menschen, der Klimawandel und das Fehlen von natürlichen Weidetieren führen dazu, dass diese Lebensräume schwinden. Was bleibt, sind inselartige „Biodiversitäts-Hotspots“, die besonders schützenswert sind. Das haben engagierte Biologinnen und Biologen erkannt und den Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald (LPV) gegründet. Sie arbeiten mit Gemeinden und weiteren Partnern zusammen, um diese wertvollen Flächen zu schützen und wiederherzustellen.

So auch das „Naturdenkmal Trockenrasen“ am Lindenberg. Hier sind es die Krainer Steinschafe des Bioschafhofs Sonnleitner (Familie Frank), die wuchernde Triebe abgrasen. Auch 65 Schulkinder der vierten Klassen der Volksschule Leobersdorf bewiesen sich jüngst als Naturschützer. Das freut LPV-Obfrau Irene Drozdowski besonders, denn: „Wenn Kinder verinnerlichen, wie wertvoll diese Flächen sind, kümmert sich in Zukunft auch jemand um sie.“

Am Freitag, 15. Oktober, werkte auch eine Gruppe von Freiwilligen unter der Anleitung von Irene Drozdowski. Sie dünnten den Trockenrasen mit Krampen und Astscheren aus. Damit wird die Verbuschung verhindert.

Pflegetermine wie diesen gibt es regelmäßig im Bezirk Baden. Jeder der mithilft, schützt die Vielfalt von Insekten und Pflanzen.

www.landschaftspflegeverein.at