Mucki kehrte zurück

Erstellt am 09. September 2014 | 07:02
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Foto: NOEN, Gerhard Lorenz
Hündin legte rund 50 Kilometer alleine zurück, um wieder zu Frauerl und Herrl zu kommen. Von Sopron nach Trumau.
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Erschrocken fuhr Herbert Meindl aus dem Schlaf hoch. Wer macht um diese Zeit an der Eingangstür so einen Krach, fragte er sich. Es war noch nicht einmal fünf Uhr am 28. August. Meindl schaute nach, doch er konnte niemanden bemerken.

Als er schon wieder Richtung Bett ging, klopfte es wie wild an der Terrassentür. Er öffnete und herein schoss etwas jaulendes, fast schreiendes Schwarzes – es war Familienhund „Mucki“, der seit 14 Tagen abgängig gewesen war!

Neuer Parkplatz hatte die Hündin verwirrt

„Mucki sprang an mir herauf, wir wälzten uns am Boden, sie quietschte vor Freude. Mucki warf unseren anderen Hund, er ist kleiner als sie, um. Sie begrüßte freudig ihre Tochter. Es war wirklich Freude pur“, beschreibt Meindl die Situation. „Meine Frau Hanni war einen Tag vorher nach Kroatien gefahren, ich rief sie sofort an.“

„Ich konnte es zuerst gar nicht glauben“, erinnert sich Hanni Rauch-Meindl. „Ich wollte im ersten Moment gleich nach Hause fahren.“ Warum diese überaus große Freude von Mensch und Tier? „Ich war am 14. August mit Mucki, wie schon so oft, in Sopron“, beginnt Rauch die unglaubliche Geschichte.

Diesmal parkte sie aber ihr Auto auf einem anderen Platz als sonst. Sie befahl Mucki „Platz“. „Sie folgte immer aufs Wort und bei ‚Platz‘ blieb sie immer so lange, bis ich sie wieder rief“, erklärt Rauch, „schließlich ist Mucki ein Border-Collie-Mischling und die sollen ja die intelligentesten Hunde sein.“

„Zu jeder Tageszeit“ in Sopron gesucht

Doch als Hanni Rauch zurückkam, war Mucki weg. „Von Leuten , die sie gesehen hatten, erfuhr ich, dass sie wieder zum alten Parkplatz gelaufen war“, doch diesmal konnte Mucki das Auto nicht finden. „Ich schrie mir die Seele aus dem Leib, doch Mucki blieb verschwunden.“ Hanni Rauch war verzweifelt, fuhr aber schließlich ohne ihre Hündin nach Hause.

Mehrmals kehrte sie danach nach Sopron zurück. „Zu jeder Tageszeit.“ Sie klebte Zettel auf mit einem Foto ihrer Hündin, setzte einen Finderlohn aus, erreichte, dass Mucki über einem lokalen Radiosender gesucht wurde, alles vergeblich. Rauch nahm Muckis Tochter Babe mit. „Sie nahm zwar scheinbar die Spur ihrer Mutter auf, doch auf einer Wiese, wo mehrere Hunde waren, verlor sie sie wieder“, erzählt Rauch.

Also beschloss sie schließlich, einen kleinen Urlaub zu machen, um zu vergessen. Dann kam der 28. August und die Welt war wieder in Ordnung.

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