Bischofsbesuch mit Folgen: Pfarrer in Quarantäne. Einige Personen, darunter auch Bürgermeister Andreas Kollross, sind in häuslicher Absonderung.

Von Thomas Lenger und Judith Jandrinitsch. Erstellt am 22. Juli 2020 (05:37)
Trumaus Pfarrer, Pater Pio Suchentrunk, hat einen bislang harmlos verlaufenden Corona-Verlauf.
privat

Der Besuch der slowakischen Kirchendelegation mit dem griechisch-katholischen Erzbischof von Kosice, Cyril Vasil an der Spitze im Stift Heiligenkreuz ist auch für Trumaus Pfarrer, Pater Pio Suchentrunk, (OCist) nicht ohne Folgen geblieben. Pater Pio, selbst Mitglied des Zisterzienserordens von Heiligenkreuz, hat sich mit Covid-19 infiziert, als er den Bischof während seines Aufenthalts in Österreich betreut hat.

Doch Trumaus Pfarrer warnt vor voreiligen Schlüssen und erklärt im NÖN-Gespräch: „Ich habe Grippesymptome, doch das wird schon wieder werden. Ich bin in Quarantäne zuhause. Wer das Virus mitgebracht hat, kann in Wirklichkeit kein Mensch sagen, denn der Bischof und sein Generalvikar waren die ersten beiden Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.“

Bürgermeister Kollross ist in Absonderung

Außer Pater Pio ist auch seine Haushälterin positiv getestet worden und ein Pfarrer, der mit Pater Pio zusammen war. Wie viele Personen von der Gesundheitsbehörde in Absonderung geschickt wurden, kann der Pfarrer nicht sagen. Er erklärt: „Eine Absonderung ist etwas anderes als eine Quarantäne. Da geht es um die Personen, bei denen rückverfolgt wurde, dass sie mit mir Kontakt hatten.“ Einer dieser Personen ist Trumaus Bürgermeister Andreas Kollross, SPÖ. Er erklärt gegenüber der NÖN am Telefon: „Ich hatte am vergangenen Montag kurz mit unserem Pfarrer Kontakt. Es waren aber nicht einmal 15 Sekunden, die wir miteinander gesprochen haben. Ich habe keinerlei Symptome und gehe auch davon aus, dass ich nicht angesteckt wurde. Dennoch bin ich noch bis Ende nächster Woche in Absonderung.“

Dennoch geht Kollross von keinem neuen Cluster aus. „Da sogar ich, der nur wenige Sekunden mit dem Pfarrer Kontakt hatte, abgesondert wurde, bin ich davon überzeugt, dass die Gesundheitsbehörde sehr gewissenhaft arbeitet“, sagt Kollross.

Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner sagt zu dem Fall: „Derzeit sind insgesamt 31 Personen in Trumau abgesondert worden. Allerdings befinden sich darunter auch Personen, die als Verdachtsfälle über 1450 zur Testung angemeldet wurden und bis zum Vorliegen des Ergebnisses abgesondert wurden.“

Die Pfarrkirche von Trumau ist nicht weit weg vom Gemeindeamt des Ortes gelegen.
Thomas Lenger

In Heiligenkreuz selbst gibt es bei den Zisterziensern keinen einzigen bestätigten Corona-Fall, Abt Maximilian Heim und drei Mitbrüder befinden sich ebenfalls in Absonderung. Sie würden keinerlei Symptome zeigen, erklärt der Sprecher des Stiftes gegenüber der Kathpress, Johannes Paul Chavanne.

Alle wurden am Samstag getestet. Sonntagnacht kam die Nachricht, dass der Abt wie auch die drei anderen getesteten Mönche von Heiligenkreuz Corona-negativ sind. Sie bleiben aber weiterhin bis einschließlich Freitag, 24. Juli, in Quarantäne.

Zu den Führungen im Stift Heiligenkreuz sagt Pater Chavanne: „Derzeit gibt es keinen Anlass, den ohnehin sehr eingeschränkten Führungsbetrieb weiter einzuschränken. Wir halten uns hier an die behördlichen Vorgaben. Generell gelten weiterhin alle empfohlenen Abstands- und Hygieneregeln.“