Junger Erfinder auf dem Weg nach oben

„Vifzack“-Preisträger Stefan Artner entwickelte schon Vieles für die Landwirtschaft. Sein derzeitiges Highlight: Weizengrasssaft.

Elfi Holzinger Erstellt am 14. Dezember 2019 | 03:54
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Stefan Artner mit dem Rohmaterial in der Rechten und einem Vierterl des wertvollen Endprodukts in seiner linken Hand.
Foto: Presse Holzinger

Der Bauernstand hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. Die Landwirte von heute sind kreativ und erfindungsreich, wie man auch an Stefan Artner sehen kann, der kürzlich für seine Entwicklung sogar ausgezeichnet wurde.

Der 27-jährige Absolvent des Josephinums überzeugte die Fachjury des „Vifzack“-Projekts mit seiner „Ernte und Keimanlage für Weizen“, womit Weizengrassaft gewonnen wird.

Artner suchte nach langen Trockenperioden Futterquellen für Rinder und Schafe, die von äußeren Umwelteinflüssen unabhängig sind. Dafür wurde er in Texas fündig.

Dort füttert man die Rinder mit Stroh, Heu und Gerstenkeimlingen. Stefan tüftelte zwei Jahre lang und erfand so eine, mittlerweile patentierte, Quelleneinrichtung mit Licht- und Luftsteuerung, mit der er über das ganze Jahr qualitativ hochwertiges Grundfutter für die Stiermast produzieren kann.

Die nächste Herausforderung ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Diesmal ging es um Weizengrassaft. Dieser Saft ist für Gesundheitsapostel ein wahrer Segen, doch leider nur sehr schwer zu bekommen. Auch da wusste sich der Tüftler zu helfen.

Die Vitaminbombe aus gesundem Weizengras

Er erfand ein Verfahren, bei dem Weizengras nach der Ernte sofort zerkleinert wird und bei 15 bis 20 Grad die Pressung erfolgt. Danach wird der Saft sofort schockgefrostet.

„Wir bieten den Saft, tiefgefroren als Eiswürfel, oder in Fläschchen zu je 30 Millilitern, zusammen mit einem Logistikpartner, ausschließlich im Internet an. Die Nachfrage steigt stetig.“ Auch die Erntemaschine hat Artner selbst entwickelt. Mit deren Hilfe kann er eine unerreichte Saftqualität anbieten.

Der junge Erfinder ist stetig am Experimentieren und Umsetzen seiner Ideen. Und auch das nächste Projekt steht bereits an. Er plant, einen Quellencontainer bis zur Serienreife zu entwickeln und die Produktpalette im Bereich „frozen superfoods“ unter der Marke „agrosprouts“ zu erweitern.

„Aber auch eine eigene Whiskyproduktion schwebt mir vor, die wiederum eine vollkommen konträre Kundenschicht zu den Weizengrassaftliebhabern anspricht“, sagt Stefan lachend.