Tulln gelingt Überraschungscoup gegen Vöslau. Aufopferungsvoll verteidigende Tullner zwangen Bad Vöslau in die Knie. Bei den Thermalstädtern war nach der Niederlage gegen den Tabellenvorletzten von einer "beschämenden" Leistung die Rede.

Von Malcolm Zottl und Wolfgang Stritzl. Erstellt am 24. Januar 2021 (10:40)
So schön jubelte der UHC Tulln über den verdienten 24:20-Heimsieg gegen Vöslau. Heuer ist die Mannschaft von Trainer Zeljko Gasperov noch ungeschlagen.
Wolfgang Stritzl

Der UHC, zunächst mit viel Wurfpech und einigen Bällen ans Aluminium, brauchte einige Zeit, um so richtig in Schwung zu kommen. Bis zum ersten Tor dauerte es fast neun Minuten. Es erzielte Kreisläufer Marcus Zupanac, der erst unmittelbar zuvor eingewechselt worden war, mit seiner allerersten Aktion.

Doch auch die favorisierten Gäste aus Bad Vöslau erwischten in der Offensive einen rabenschwarzen Tag, konnten sich in keinster Weise entscheidend absetzen.

Tullner legt Zwischenspurt hin

In den ersten 21 Minuten erzielten die Hausherren gerade einmal vier Tore – zwei davon nach Siebenmeter-Nachwürfen. Ein 6:0-Run von 3:5 auf 9:5 brachte die Wende. Auch ein langes Unterzahlspiel – Tulln kassierte drei Zwei-Minuten-Strafen praktisch in Folge – konnte die Aufholjagd nicht stoppen.
Vöslau knickte ein und warf in den letzten zwölf Minuten der ersten Hälfte nur zwei Tore. Mit 10:7 ging es in die Pause. 

Die Tormänner im Blickpunkt

Die erste, aber auch die zweite Halbzeit war geprägt von sehr starken Torhüter-Leistungen. Hüben wie drüben liefen die Goalies zur Hochform auf. Ex-Tulln-Goalie Mario Dubovecak, der zu Europacup-Zeiten 2004 gegen Sporting Lissabon im UHC-Tor gestanden war, hielt viele Bälle. Noch mehr parierte Milan Cucuz, der ein überragendes Spiel machte. Beide Goalies wurden nach der Partie zurecht zu den besten Spielern ihrer Mannschaft gewählt, allerdings machten es beide Seiten den Tormänner über weite Srrecken nicht so schwer. Die Wurfauswahl, vor allem der Gäste, war eher bescheiden. 

Tulln drückt den Stempel auf

Nach der Pause forcierte Tulln mitunter eine 5:1-Deckung. Die Taktik ging auf: Im Abwehrzentrum wurde dicht gemacht, Vöslau zu Würfen von den Flügeln gezwungen – eine Stärke von Goalie Cucuz. Die entscheidenden Momente: Vöslau vergab durch Daniel Forsthuber zwei Siebenmeter, jeweils wäre das Minus-Drei möglich gewesen. Und Tulln traf teils spektakulär: Cucuz erzielte mit einem Wurf über fast das ganze Spielfeld ein Tormann-Tor (zum 13:9), Mislav Nenadic verwertete einen Querpass von Alexander Fritz mit einem Fliegertor (zum 17:13). Vöslau versuchte es mit der Brechstange, nahm Dubovecak aus dem Tor, um mit sieben Feldspielern anzugreifen. Alles vergeblich, Tulln landete einen verdienten Sieg, weil Bad Vöslau sein Spiel an das langsame Tempo der Tullner anpasste, keinen Rhythmus fand und selbst planlos agierte. 

Starkes Kollektiv, beschämend schwach

„Es war eine im Kollektiv sehr gute Leistung von uns. Wir haben vor allem stark verteidigt“, jubelte Trainer Zeljko Gasperov. Bei Bad Vöslau regierte nach der überraschenden Niederlage zerknirscht. Es gab ein gemeinsames Mannschaftsstatement: "Ein Tag zum Vergessen und beschämend, welch schwache Leistung wir hier gezeigt haben. Wir müssen das Spiel umgehend abhaken, denn es folgen jetzt innerhalb weniger Tage mehrere wichtige Begegnungen in Cup und Liga und hier gilt es zu zeigen, wer wir wirklich sind und was wir imstande sind zu leisten.“

So geht es für die Teams nun weiter

Für Tulln geht es am Mittwoch gegen Schlusslicht Graz. Der Anschluss ans hintere Mittelfeld ist nun möglich. Für Bad Vöslau wartet mit dem Gastspiel bei der zweiten Mannschaft der Fivers wohl schon ein richtungsweisendes Spiel in Hinblick auf den Einzug in das obere Play-off (Top Fünf).