Badener rettet 8-jährigen Ivan

Erstellt am 02. März 2022 | 06:01
Lesezeit: 2 Min
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Erwin Kerschbaumer mit dem geflüchteten Ivan.
Foto: Privat
Badener brachte ukrainische Geflüchtete von Grenzgebiet nach Österreich.
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„Ich habe mich nur ins warme Auto gesetzt und bin losgefahren. Die wirkliche Leistung liegt bei jenen, die sich drei Tage lang in der Kälte zur Grenze durchgekämpft haben“, meint Erwin Kerschbaumer, der gerade von der ungarisch-ukrainischen Grenze zurückgekommen ist. Der Betreiber der „Milchbar“ im Strandbad Baden hat über das Wochenende mehrere geflüchtete Frauen mit Kindern über die polnisch-ukrainische und ungarisch-ukrainische Grenze nach Baden gebracht. Ihre Männer mussten sie zurücklassen. Sie müssen in den Krieg ziehen.

An den Grenzübergängen sei die Situation allerdings unaufgeregter als man erwartete, laufe der Übertritt schließlich bürokratisch ab. Dies beanspruche aber viel Zeit, weshalb etliche Geflüchtete oft tagelang an der Grenze verharren müssten. „An der polnisch-ukrainischen Grenze hat beispielsweise die Feuerwehr Menschen mittels Shuttlediensten hin- und hergeführt. Es hilft vor allem die Zivilbevölkerung“, erzählt Kerschbaumer.

Die Menge an Menschen, die er gesehen habe, sei aber nichts, verglichen zu dem, was Bekannte aus Kiew noch erwarteten. Die Fluchtbewegung komme erst ins Rollen, organisiert werde vieles über Facebook- oder Telegramgruppen. Einer der vielen tausenden Flüchtlinge ist Ivan.

„Er ist fast drei Tage lang vom Krieg geflohen, stundenlang im Freien in der Kälte, ohne nur einmal zu weinen oder sich zu beklagen. “
Erwin Kerschbaumer

Der junge Bub sei für Erwin Kerschbaumer ein Held: „Er ist fast drei Tage lang vom Krieg geflohen, stundenlang im Freien in der Kälte, ohne nur einmal zu weinen oder sich zu beklagen.“ Doch Ivans Schicksal ist nur eines von vielen. Der breiten Masse könnten Einzelpersonen nicht helfen, hier bedürfe es dem Einsatz der Staaten. Großen Respekt zolle Kerschbaumer aber auch all jenen, die bereit seien wildfremde Menschen bei sich aufzunehmen. So etwa eine alleinerziehende Mutter aus Baden, die nun am Sofa schlafe, um ihr Bett zur Verfügung zu stellen.

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