Skepsis überwiegt derzeit. Landesvertreter präsentierten Bevölkerung und Gemeindepolitik den erste Plan für eine Nordost-Umfahrung von Ebreichsdorf. Viele sehen das Projekt noch nicht ausgereift.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 25. Oktober 2016 (05:05)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Der Andrang zur Info-Veranstaltung war groß.
Thomas Lenger

In einer Bürgerinformationsveranstaltung wurde am Donnerstag vom Land Niederösterreich der erste Plan für eine Nordost-Umfahrung von Ebreichsdorf vorgestellt.

Hintergrund: Der immer stärker werdende Verkehr sorgt tagtäglich in der Ebreichsdorfer Bahnstraße morgens und in der Wienerstraße abends für Staus und zeigt, wie wichtig es ist, eine Verkehrslösung für die Region zu finden. Von Reisenberg, Mitterndorf und Seibersdorf rollt täglich der Verkehr über Unterwaltersdorf und Ebreichsdorf Richtung A3.

„Viel zu unausgegoren und vor allem nicht sinnvoll“

Ortsteile entlasten und nicht neuerlich belasten, fordern die Besucher und auch die Politik findet klare Worte: „Eine Umfahrung ist sicherlich sinnvoll, aber der erste Entwurf des Landes überzeugt uns in keinster Weise“, bemängelt SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Kocevar. „Da gehören noch viele Verhandlungen geführt, die Bürger eingebunden und vor allem das gesamte Stadtentwicklungskonzept und auch der neue Bahnhof mit eingebunden.“

Er findet, dass die derzeitige Variante „noch viel zu unausgegoren und vor allem nicht sinnvoll“ sei, „weil man aus unserer Sicht nicht alle Ortsteile gleichermaßen entlastet und das muss oberstes Ziel sein“, so Bürgermeister Kocevar.

ÖVP Stadtrat Engelbert Hörhan: „Als Bewohner von Unterwaltersdorf kann ich keiner Variante einer Umfahrung zustimmen, welche nicht Unterwaltersdorf entlastet, sondern meiner Meinung nach in der ersten Ausbaustufe Schranawand belastet. Ich werde daher auch weiterhin Gespräche mit den Landesplanern führen um eine zufriedenstellende Lösung für alle Bewohner zu erreichen.“

Entscheidung erfordere ein Mitspracherecht

FPÖ Stadtrat Markus Gubik fordert: „Eine solch wichtige Entscheidung für die kommenden Generationen muss mit großer Sorgfalt und mit Mitspracherecht der betroffenen Bürger entschieden werden.“ „Eine Mehrbelastung für mindestens 15 Jahre für einen Ortsteil wird nicht akzeptiert. Wir brauchen eine Ortsumfahrung!“, sagt Bürgerlisten Stadtrat René Weiner. Eine zusätzliche Belastung wäre der falsche Weg.

Denn so Weiner: „Noch dazu kann uns niemand garantieren, dass Bauteil 2 umgesetzt wird. Es gehört eine Gesamtlösung für alle Ortsteile her. Die ÖVP, die ihren guten Draht zu Landeshauptmann Pröll hervorhebt, hat den Vorsitz über das Projekt Smart City Ebreichsdorf. Ein Projekt, das sich mit der Entwicklung unserer Stadt beschäftigt und genau dort müssen sinnvolle und nachhaltige Lösungen erarbeitet werden.“

Umfrage beendet

  • Braucht Ebreichsdorf eine Umfahrung?