Umfahrung: Klares Nein

Erstellt am 28. Jänner 2013 | 00:00
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Verkehrsbelastung / Offizielle Stellungnahme von Zivilingenieursbüro Retter liegt vor - mit dem Fazit, dass es in absehbarer Zukunft keine Umfahrung Gainfarns geben wird.
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Von Barbara Zedlacher

BAD VÖSLAU / Wenn es in Vöslau um das Thema Verkehr geht, sind hitzige Diskussionen garantiert und das Thema Umfahrung Gainfarn wird immer wieder als Wunsch geäußert. Bürgerinitiativen machen sich seit Jahren für diese Umfahrung und eine allgemeine Verkehrsberuhigung stark.

In punkto Umfahrung gibt Stadtchef Christoph Prinz allerdings zu bedenken: „Aufgrund vieler Veränderungen in der Stadt und der veränderten Mobilität bringt heute eine Umfahrung nichts mehr. Wir haben Untersuchungen und Zahlen zu diesem Thema mehrfach gefordert, die dies immer mehr belegen.“

Im November trafen sich die Verantwortlichen und Vertreter der Initiativen zum Informationsgespräch in St. Pölten. Seit kurzem liegt nun eine Stellungnahme des Landes, die eine Bewertung der Situation durch das Zivilingenieursbüro Retter beinhaltet, vor. „Ein absehbarer Realisierungszeitpunkt für eine Umfahrung Gainfarn ist nicht gegeben“, lautet hier das Resümée.

Im Zuge der Erhebungen hielt das Büro Retter folgende Fakten fest: Die Verkehrsbelastung auf der B212 unmittelbar westlich von Gainfarn beträgt rund 6.500 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Von diesen sind rund 3.250 Kfz/24 Stunden Durchzugsverkehr, eine Umfahrung könnte davon maximal rund 1.625 Autos täglich abziehen. Zu bedenken sei weiters, dass eine Umfahrung Gainfarn im Bereich Lindengasse durch innerörtliche Verkehrsumlagerungen weitere 2.000 Pkw täglich anziehen und dadurch bisher kaum belastete Siedlungsgebiete über Gebühr beanspruchen würden.

Spürbare Entlastung ist nicht zu erwarten 

Auf eine Umfahrung könnten somit maximal rund 3.600 Kfz am Tag verlagert werden. Eine spürbare Entlastung in den Bereichen Wiener Neustädter Straße, Hauptplatz und Hochstraße sei dadurch nicht gegeben. Zudem würden verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der Wiener Neustädter Straße, die die Autos auf die Umfahrung lenken sollten, den Verkehr in den Bereich Hauptstraße-Hochstraße verlagern.

Prinz gibt anhand der vorliegenden Zahlen außerdem zu bedenken: Die Verteilung der von Großau über die Hochstraße hereinkommenden Pkw liegt bei 80 Prozent Richtung Baden und nur bei rund 20 Prozent Richtung Kottingbrunner Anschluss. Das bedeutet, man würde mit einer Umfahrung nur diese 20 Prozent aus dem Stadtkern wegbringen, müsste aber dafür im Zuge der Umfahrung auch zahlreiche Stichstraßen zwischen Hochstraße und Umfahrung - direkt durchs Wohngebiet Gainfarns - in Kauf nehmen. Das Büro Retter empfiehlt, auf der Wiener Neustädter Straße (Höhe Einmündung Kottingbrunner Straße) eine Machbarkeitsstudie für eine Druckknopfampel, die zur Verkehrsberuhigung beitragen würde, erstellen zu lassen.

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