Fritthum schildert die Lage im Badener Künstlerheim. Geschäfstführerin Anneliese Fritthum berichtet, wie die Bewohner im Badener Künstlerheim mit der Coronakrise umgehen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 03. Mai 2020 (05:10)
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Das Ehepaar Erich und Sissy Koller bei einem „Romeo und Julia im Künstlerheim“-Zusammentreffen.
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„Wir sind bis dato in der glücklichen Lage, dass alle unsere Heimbewohner bei guter Gesundheit sind!“, freut sich Anneliese Fritthum, Geschäftsführerin des Hilde Wagener Künstlerheims in Baden. Schon sehr früh, nämlich seit 9. März, habe man strikte Maßnahmen gesetzt, wie Besuchsverbot und ständiges Desinfizieren im gesamten Haus und nicht zuletzt Schutzmasken für das Personal.

„Seit sechs Wochen wird auch das Mittag- und Abendessen, und nicht wie bei uns üblich nur das Frühstück, auf die Zimmer serviert“, erzählt sie. Lieferanten stellen die Ware vor den Eingang und nur das hauseigene Personal bringe alles hinein.

„Trotz Corona haben wir versucht, so gut wie erlaubt die sozialen Kontakte zu pflegen“, betont Fritthum. So würden sich auf den schönen Gängen die Heimbewohner vor ihren Zimmern in mehreren Metern Abstand sitzend treffen, um miteinander, oft recht lautstark, zu plaudern, und auch die wöchentlichen „philosophischen Gespräche“ mit Andreas Kumpf werden via Skype über den großen Fernseher im Salon abgehalten. Eine 94-jährige Heimbewohnerin telefoniert täglich – auch mittels Tablet und Skype – mit ihrer ganzen Familie. Wer diese Möglichkeiten nicht habe, mache sich ein „Rendezvous“ mit seinen Angehörigen via Balkon oder Fenster aus, weiß Fritthum. Diese Zusammentreffen würden „Romeo und Julia im Künstlerheim“ genannt werden.

Durch das warme Wetter wurde und wird die große Terrasse und das Laubenplätzchen im Garten von den Heimbewohnern – mit großem Abstand – gerne frequentiert. Neuankömmlinge müssen 14 Tage in Quarantäne im Zimmer bleiben, was strikt einzuhalten sei. „Das Personal hat sich in dieser Ausnahmezeit besonders rührend und auch vor allem privat vorbildhaft verhalten, sodass wir bis jetzt unbeschadet davongekommen sind“, sagt Fritthum. Aber auch weiterhin heiße es, diszipliniert alle Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Ob das von der neuen Präsidentin Gabriele Jacoby geplante Sommerfest im Juni und der berühmte Flohmarkt im Oktober stattfinden können, ist ungewiss. Jacoby folgte auf persönlichem Wunsch der im Oktober verstorbenen Lotte Tobisch als Präsidentin des Vereins „Künstler helfen Künstlern“ nach.