Traiskirchen: Tote Fische im Mühlbach

Erstellt am 01. Juni 2022 | 16:08
Lesezeit: 3 Min
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Foto: privat
Am Freitag, 27. Mai, fiel ein massives Auftreten toter Fische im Mühlbach auf. Besonders betroffen war der Mühlbach im Stadtteil Möllersdorf bachabwärts Richtung Guntramsdorf. Die Stadt hat die Bezirkshauptmannschaft eingeschaltet. Diese ermittelt auf Hochtouren.
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Dem Obmann des Sportfischereivereins Baden, Andreas Schweiger, fehlen fast die Worte angesichts der Schwärme von toten Fischen im Mühlbach. Der Sportfischereiverein Baden hat das Fischereirecht im Mühlbach. Die erste Analyse von Schweiger ist ernüchternd: "Der momentane Stand ist, das alles tot ist, was im Bach schwimmt oder sich sonst bewegt. Das geht hinunter bis in den Bezirk Mödling nach Laxenburg." Das auch in Laxenburg tote Fische gefunden wurden, bestätigt auch Bürgermeister David Berl, ÖVP. Es sei aber Sache der Bezirksbehörde festzustellen, was dieses massive Fischsterben ausgelöst hat. Nicht nur die Stadt Traiskirchen hat sofort die Bezirkshauptmannschaft Baden eingeschaltet, sondern auch Obmann Schweiger. Ermittlungen haben auch Beamte des Umweltkriminalamtes sowie der Polizeiinspektionen Traiskirchen und Guntramsdorf aufgenommen. 

Bisherige Erhebungen haben gezeigt, dass es auf einem Firmenareal in Möllersdorf zu einem Chemikalienaustritt in den Mühlbach gekommen sein dürfte. Auf diesem Gelände sind allerdings mehrere Firmen beheimatet, "es muss herausgefunden werden, welche Firma das war", sagt Schweiger. 

Auch Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner bekräftigt: "Die Bezirkshauptmannschaft Baden ist an der Ermittlung der Ursache des Fischsterbens intensiv dran. Es steht die Vermutung im Raum, dass es zu einer Fehleinleitung von Chemikalien in einen Regenwasserkanal, der in den Mühlbach endet, gekommen ist. Deshalb wurden an diesem Punkt sowohl sehr zeitnah als auch drei Tage später Wasserproben gezogen. Die Ergebnisse liegen bis dato noch nicht vor."

Die Technische Gewässeraufsicht habe sofort Maßnahmen zur Sanierung des alten Kanals gefordert, diese wurden bereits begonnen. Sonnleitner merkt an: "Wenn die Probe aus dem Bach mit jener aus dem alten Schacht übereinstimmt, würde das dafür sprechen, dass es hier zu einer Mobilisierung gekommen ist, wobei deren Ursache dann aber auch noch nicht geklärt ist. Wenn es eine andere Zusammensetzung ist, haben die beiden Sachverhalte nichts miteinander zu tun."

Für den Sportfischereiverein ist der mutmaßliche Chemikalienaustritt jedenfalls ein schwerer Schlag. Obmann Schweiger erklärt: "Bei den toten Fischen handelt es sich um keinen Besatz, sondern sie sind selbst im Mühlbach herangewachsen. Es sind Fische dabei, die auf der roten Liste stehen, Weißfische, Barben, Forellen und Gründlinge. Auch die Kleinstlebewesen und die Krebse haben den Schadstoffeintritt nicht überlebt." Der Obmann gibt sich aber kämpferisch: "Ich bin guter Hoffnung, dass wir den eigentlichen Verursacher finden."

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