Protest gegen e-Log-Park in Oeynhausen. Bürgerinnen und Bürger von Oeynhausen fürchten Verkehrslawine und machen gegen Logistikprojekt mobil. Betroffenes Unternehmen versteht die Aufregung nicht.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. August 2021 (04:07)
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Die Bewohner von Oeynhausen fürchten, dass noch mehr Schwerverkehr durch ihren Stadtteil rollen wird. 
Rieger

Die Nähe des geplanten e-Logistik Parks zwischen der Firma ABO und einem Siedlungsgebiet in Oeynhausen ruft die Bürgerinnen und Bürger des Traiskirchner Stadtteils auf den Plan. Sie haben eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, „um zu zeigen, dass die Oeynhausnerinnen und Oeynhausner nicht einverstanden sind, wie hier mit ihnen umgegangen wird“, sagt eine Anrainerin, Name der Redaktion bekannt. Sie betont, dass man überparteilich agiere, und nicht aus Jux und Tollerei gegen das Projekt sei, „sondern wegen seiner Nähe zum Siedlungsgebiet. Oeynhausen ist so schon extrem aufgrund der B17 und der nahen Autobahn vom Durchzugs-Schwerverkehr belastet“.

Die Möglichkeit zum Unterschreiben hatten die Bürger erstmals am Sonntag vor dem Georg Schütz-Saal. Ein fulminanter Erfolg, immerhin nutzten laut dem Oeynhausner FPÖ-Gemeinderat Thomas Felbermayer „400 Gemeindebürger die Möglichkeit, zu unterschreiben, von rund 900 wahlberechtigten Einwohnern ist das sehr viel“.

Auch Felbermayer betont, dass der Protest nichts mit einer politischen Gesinnung zu tun habe. „Wir sind selbst erst draufgekommen, wie nahe der Logistikpark am Siedlungsgebiet liegt, als wir von der FF Oeynhausen ein Brandschutzkonzept erstellen sollten“, sagt Felbermayer. Denn immerhin ist seit März offiziell bekannt, dass sich die Firma DLH Real Estate Austria GmbH hier mit einem e-Logistik-Park ansiedeln will. Das tat das Unternehmen damals selbst kund.

Die Einreichpläne wurden im Juni der Stadt übermittelt. Dass das 35.000 m² große Grundstück auf Gewerbegebiet gewidmet ist, ist Felbermayer bewusst. Für ihn stellt sich die Frage, „wie man in Zukunft mit Widmungen im Ortsgebiet umgeht und welche Schritte man ergreifen muss, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert.“

Hinter den Oeynhausner Protest hat sich auch Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, gestellt.

Er erklärt: „Die Stadtgemeinde ist zwar die offizielle Baubehörde, die gewisse Parameter prüft, etwa, ob die Hallengrößen den baurechtlichen Bestimmungen entsprechen. Die entscheidenderen Details werden aber im Verkehrs- und Gewerbeverfahren entschieden. Und das führt nicht die Gemeinde, sondern das Land.“

Trotzdem fordert Babler von den diesbezüglich anstehenden verkehrsrechtlichen Verhandlungen „den Schutz unseres Stadtteils Oeynhausen vor überlastenden Schwerverkehr ein“.

DLH zeigt sich jedenfalls bereit für Gespräche

Die Angst vor dem Schwerverkehr kann Christian Vogt, Geschäftsführer von DLH Real Estate Austria, nicht nachvollziehen. Auch die plötzlichen Proteste irritieren Vogt.

Er betont: „Wir wollen hier ein vorbildliches Logistikzentrum für den e-commerce mit viel grüner Infrastrukur errichten. Wir haben bewusst dieses Grundstück ausgewählt, weil es so nahe an der Autobahn liegt und daher die Zentren von Oeynhausen und Traiskirchen gar nicht durchfahren werden müssen. Auch operieren wir nicht mit Sattelschleppern, sondern mit Kleintransportern, es ist hier kein Thema, dass die Fahrer in den Fahrzeugen übernachten, mit all den damit verbundenen Konsequenzen wie etwa ein Müllproblem.“

Gespräche mit der Gemeinde seien jedenfalls geplant.