Große Hilfsaktion nach Wohnhausbrand . Welle der Hilfsbereitschaft für die Opfer, denen bei einem dramatischen Wohnhausbrand nur die Kleider am Leib blieben.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 06. März 2018 (05:41)
Nun kann die fünfköpfige Familie wieder lachen. Hier im Bild mit Alexander Weigl, dem Obmann von „Warum Nicht“ (ganz rechts).
zVg

Dramatische Szenen spielen sich am vergangenen Montag in der Theodor Gülcher Gasse ab. Aus einem Mehrparteienhaus mit Gemeindewohnungen drang am Nachmittag dichter Rauch.

„Ich habe meine Freundin und unsere Kleine gerade zum Ballett gebracht, als ich im Vorbeifahren Rauch in der Gasse bemerkte“, erzählt der 25-jährige Kfz-Techniker Dominik Mandl. Er ließ seine Familie rasch aussteigen und fuhr sofort zurück, um nachzuschauen, ob er sich geirrt hatte oder ob es wirklich brannte. Als er nur wenige Minuten später in der Gasse ankam, bemerkte er sofort den Ernst der Lage.

„Ich sah, wie ein Mann nervös vor einem Fenster stand, aus dem dichter Rauch drang und wusste sofort, dass da noch jemand drinnen ist“, so der Helfer. Sofort rannte er zum Haus und bemerkte im Innenhof wie ein Nachbar und sein Bekannter versuchten, mit einer Leiter die Tür zur Brandwohnung aufzubrechen. Dieser Versuch schlug allerdings wegen des dichten Rauches fehl. „Wir sahen nur im Vorraum schemenhaft Füße“, schildert Mandl die dramatischen Sekunden.

„Rauch lichtete sich kurz und wir rannten zurück“

Die drei Helfer zögerten keine Sekunde, hielten den Atem an, rannten noch einmal in das brennende Haus, schnappten die 87-jährige Pensionistin und brachten sie in Sicherheit. „Wir haben sie dann zu Nachbarn in ein Haus gegenüber gebracht“, erinnert sich der 25-Jährige, der nach dem Eintreffen von Rettung und Feuerwehr in sein Auto stieg und wieder nach Hause fuhr.

Die 87-jährige Frau, sie wohnte bei ihrem Sohn, der unverletzt geblieben war, wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt sieben Feuerwehren kämpften gegen die Flammen und versuchten, ein Übergreifen der Flammen auf andere Wohnungen zu verhindern. Nach knapp drei Stunden konnte Brand Aus gegeben werden. Neben der betroffenen Wohnung wurden auch die weiteren Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen. Während eine Nachbarin bei ihren Verwandten unterkam, stand eine fünfköpfige Familie auf der Straße. Durch den Rauch war die Wohnung für die Familie mit zwei jungen Burschen und einem 9-Wochen alten Baby unbewohnbar geworden.

Hotelkosten für Familie wurden übernommen

Vizebürgermeister Johann Zeilinger und Stadtrat Christian Pusch (beide SPÖ) sicherten spontan zu, anfallende Hotelkosten zu übernehmen. Anschließend konnte die Familie in einem Ersatzquartier in Pottendorf untergebracht werden. Da die Familie nur mit den Kleidern am Leibe dastand, wurde sie spontan auch vom Verein „Warum Nicht“ aus Ebreichsdorf unterstützt.

„Wir freuen uns, genau in solchen Fällen helfen zu können“, so Obmann Alexander Weigl, der gemeinsam mit der Familie das Nötigste einkaufte. Auch von vielen anderen kam spontan Hilfe. Über die Facebookgruppe „Ebreichsdorf verschenkt“ wurden den Betroffenen zahlreiche Sachspenden übermittelt.

Die Brandursache wird derzeit durch Experten des Landeskriminalamtes geklärt. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass der Brand im Küchenbereich ausgebrochen ist.