Aufregung um Hortgebühren in Baden

Anders als im ersten Lockdown, mussten Eltern zuletzt volle Beiträge zahlen, auch wenn Kinder gar nicht das Hort am Pfarrplatz besuchen. Gespräche wegen Förderung laufen.

Erstellt am 17. Februar 2021 | 05:55
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Der Eingang zum Hort (Schülertreff) am Pfarrplatz.
Foto: Sagmeister

„Es gibt viele, die sich das nicht mehr gut leisten können“, sagt Elternvereins-Mitglied Karin Reinberg. Es geht um die volle Verrechnung der Kosten für den Hort in der Pfarrschule, auch wenn das Angebot gar nicht in Anspruch genommen wurde.

Ein Großteil der Eltern schickte ihre Kinder nicht in die Schule und somit auch nicht in den Hort, weil es Lockdown- bedingt nur jenen Eltern vorbehalten war, ihre Kinder in die Schule zu schicken, für die es anders nicht ginge. Beim ersten Lockdown wurden allerdings nur jene Tage verrechnet, die tatsächlich in Anspruch genommen wurden. Seit dem Zweiten im November und dem Dritten im Jänner müssen alle Eltern voll zahlen, die den Hort im Herbst gebucht hatten, rund 300 Euro monatlich.

Begründet wird dies vonseiten des Hortbetreibers Hilfswerk NÖ so, dass mit einer Sonderförderung im Frühling seitens des Fördergebers „zum Teil die entfallenen Elternbeiträge kompensiert werden konnten.“ Das sei jetzt nicht der Fall und außerdem wäre der Hort für alle Kinder offen gewesen. „Um den Hortbetrieb aufrechtzuerhalten, ersuchen wir um Verständnis, dass dafür die Verrechnung der Betreuungsbeiträge der Eltern ein wesentlicher Bestandteil ist“, heißt es seitens des Hilfswerks.

Wer also das Hortangebot nicht genutzt habe, habe somit freiwillig darauf verzichtet. Karin Reinberg richte ihren Vorwurf nicht an die Hortleitung in Baden, sondern an die verantwortliche Stelle in St. Pölten. „Mir tut die Hortleitung in Baden leid“, sagt die Elternvertreterin, die weiß, dass das nicht deren Entscheidung sei.

Eine faire Lösung wäre für sie, wenn „die Stadt Baden unter die Arme greift, wie das auch in Pfaffstätten der Fall war“, weiß Reinberg. „Wir haben viele Wochen das Lehren und die Betreuung unserer Kinder übernommen, wir zahlen die Schulen und jetzt sollen wir auch noch die Nachmittagsbetreuung bezahlen, die wir gar nicht in Anspruch nehmen sollten, weil wir im Lockdown waren; eigentlich zahlen wir nur drauf“, beklagt Reinberg, die auch klinische Psychologin ist.

ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek, selbst Mitglied des Elternvereines, weiß um das Problem. Ihm zufolge würden jedoch Gespräche mit Land und Bund laufen, um eine weitere Unterstützung für den Hortbetreiber zu gewähren. Fix sei, dass es für Härtefälle Möglichkeiten gebe – etwa durch eine Abmeldung. Die Gefahr, dass dann der Hortplatz wegfalle, sieht er in der aktuellen Zeit nicht gegeben, das sei nur theoretischer Natur. Szirucsek kann auch den Betreiber verstehen, der ja Personalkosten zu stemmen habe. Vergleiche mit Pfaffstätten lässt er nicht zu, da es sich um andere Fallzahlen handle. Die Stadt Baden würde zudem jährlich den Hort „in beträchtlichen Ausmaß“ fördern.