Fünf Maibäume im Bezirk Baden umgesägt

Erstellt am 04. Mai 2022 | 05:37
Lesezeit: 5 Min
In Baden, Pottendorf, Alland, Deutsch Brodersdorf waren Vandalen aktiv und schreckten nicht einmal vor Kindergarten in Oeynhausen zurück.
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Zum traditionellen Maibaumaufstellen gehören etliche Bräuche, wie etwa das Bewachen oder das Stehlen des Maibaums oder auch Verhandlungsgespräche über das Auslösen des gestohlenen Baumes (Brotzeit, Bierkisten…) Für Bräuche dieser Art gibt es bestimmte Spielregel, die einzuhalten sind. Doch diese traditionellen Regeln wurden an etlichen Standorten diesmal nicht eingehalten.

In Pottendorf ist es fast schon „schlechte“ Tradition, dass der Maibaum in der Nacht auf den 1. Mai umgesägt wird. War es in den letzten Jahren immer der Maibaum vor dem Pflegeheim, wurde bereits im letzten Jahr der Maibaum im neuen Kreisverkehr Opfer dieser „Tradition“. So kam es in der Nacht auf den 1. kurz vor Mitternacht neuerlich zu einem Feuerwehr- und Polizeieinsatz. Unbekannte kamen mit einer Motorsäge bewaffnet und schnitten mitten im Ort den Maibaum um. Dieser wurde schon vor Tagen gemeinsam mit in Tracht gekleideten Schaufensterpuppen als Dekoration aufgestellt. Der Baum landete teilweise auf der Fahrbahn und behinderte den Verkehr. Die Feuerwehr musste diesen mit der Seilwinde auf den Kreisverkehr zurückziehen.

„Das hat nichts mehr mit Tradition zu tun, nicht auszudenken, wenn ein Pkw gegen den Baum im Kreisverkehr gefahren und verunfallt wäre“
Thomas Sabbata-Valteiner, Bürgermeister in Pottendorf

Mehrere Personen in einem Fastfood-Lokal direkt am Kreisverkehr wurden von der Polizei befragt. Sie wollen zwar die Kettensäge gehört, aber den oder die Unbekannten nicht gesehen haben. Verärgert zeigte sich auch der Pottendorfer Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner (SPÖ), der in der Nacht noch zum „Tatort“ kam. „Das hat nichts mehr mit Tradition zu tun, nicht auszudenken, wenn ein Pkw gegen den Baum im Kreisverkehr gefahren und verunfallt wäre“, ärgert sich der Ortschef. Die Unbekannten haben sogar zwei Figuren der Dekoration samt Tracht entwendet. „Wir erstatten natürlich Anzeige, weil es einfach gefährlich ist, dort einen Baum umzuschneiden!“, so Sabbata-Valteiner.

„Das mutwillige Absägen des Maibaums, sei es aus Unwissenheit oder Bosheit, gefährdet diese alte Tradition!“
Ludwig Köck, ÖVP Bürgermeister von Alland

In der Nacht musste dann auch noch die Feuerwehr Deutsch Brodersdorf ausrücken. Dort wurde der Maibaum vor dem Feuerwehrhaus ebenso von Unbekannten umgeschnitten und lag quer über die Fahrbahn. Die Polizei ermittelt.
In Alland wurde der Maibaum entgegen der Regel nach vollbrachter Nachtwache, von Unbekannten, in einem Akt des Vandalismus umgesägt. „Dieses Vorgehen hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Brauchtum zu tun und ist abzulehnen. Das mutwillige Absägen des Maibaums, sei es aus Unwissenheit oder Bosheit, gefährdet diese alte Tradition“, sagt ÖVP Bürgermeister Ludwig Köck. Da der Baum durch das Absägen zerbrochen ist, hat die Mannschaft der Feuerwehr Alland vor ihrem Feuerwehrhaus einen neuen Maibaum errichtet. Die Maibäume der Feuerwehr Alland wurden übrigens nicht für diesen Zweck gefällt, diese Bäume sind einem Sturm zum Opfer gefallen und der Feuerwehr überlassen worden.

„Zum Glück gab es keinen Schaden an einem geparkten Auto“

Der über 17 Meter lange Maibaum der Volkstanzgruppe Baden wurde heuer ebenfalls in der Nacht zum 1. Mai von Vandalen umgeschnitten. Auch hier war es keine Brauchtumstat, sondern „reiner böswilliger Vandalismus“ wie Hans Angeler, Schriftwart der Volkstanzgruppe Baden anmerkt. Da der Baum durch einen 3,20 Meter hohen Eisenkorb gesichert war, müssen die Täter mit einer Leiter unterwegs gewesen sein. Es fehlen der Kranz und eine schwere Kette der Feuerwehr, also wurde nicht nur Vandalismus, sondern auch Diebstahl zur Anzeige gebracht. Ein jahrelang spaliermäßig gezogener Baum im Rosarium ist dabei zerstört worden. „Zum Glück gab es keinen Schaden an einem geparkten Auto“, weiß Angeler. „Die Freiwillige Feuerwehr hat uns heuer dankenswerterweise geholfen den Baum aus dem Wald zu holen und ihn dann am traditionellen Platz aufzustellen. Das nahm viel Arbeit aber auch Kosten in Anspruch. Heuer bedauerlicherweise alles umsonst! Die Volkstanzgruppe Baden wollte, dass nach zweijähriger Pause zumindest ein Maibaum im Rosarium steht, aber leider kam es anders“, bedauert Angeler.

Der Kindergarten Hamsternest in Oeynhausen hat mit viel Freude und Engagement der Kinder in wochenlanger Vorbereitung kleine Geschenke gebastelt und den Kranz geschmückt. Sehr zum Ärger und Missfallen der Oeynhausener Bevölkerung wurde der Baum nicht geraubt, sondern durch Vandalismus zerlegt und entfernt. Die Enttäuschung der Hamsternestkinder ist riesengroß. Die ganze Aktion hat den unbekannten Tätern eine Anzeige eingebracht.

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