In Berndorf herrscht politische Pattstellung. ÖVP schlug SPÖ-Angebot für Koalition aus und führt seither Gespräche mit FPÖ, UBV und LZB. Listen & ÖVP sind sich einig.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2020 (04:13)
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Das Kalkül des bisherigen SPÖ-Ortschefs Hermann Kozlik ging nicht auf. Er muss wohl das Bürgermeisterbüro räumen.
NOEN

Äußerst spannend verlaufen die Koalitionsverhandlungen in der Kruppstadt. Beinahe stündlich stehen neue Gerüchte im Raum, die sich jedoch später wieder in Schall und Rauch auflösen.

Wähler stimmten gegen Kozlik als Bürgermeister

Auf jeden Fall ging die Rechnung Hermann Kozliks (LZB) nicht auf, dass er erneut den Anspruch auf den Bürgermeistersessel erheben kann.

Mit fünf Mandaten und lediglich 151 Vorzugsstimmen entspricht dies keinesfalls dem Wählerwunsch.

Ebenso verhält es sich bei der SPÖ mit Kurt Adler an der Spitze, der nur 131 Vorzugsstimmen erhielt und die neue Liste LZB am meisten zu spüren bekam. Die SPÖ stellte in Berndorf seit dem Zweiten Weltkrieg den Bürgermeister und war bislang eine der „roten Hochburgen“. Nun aber verlor man sieben Mandate und büßte erstmals die absolute Mehrheit ein. Trotzdem ist die SPÖ mit 12 Mandaten stimmenstärkste Partei und lud bereits am Dienstag die ÖVP, die dank einem Plus an drei Mandaten zehn Mandate erreichte, zu Erstgesprächen.

Dazu hält Adler fest: „Wir sind auf die ÖVP zugegangen, aber offenbar gab es von deren Seite überhaupt kein Interesse, in ernsthafte Verhandlungen über eine stabile Koalition einzusteigen, die von den beiden größten Wählergruppen getragen wird.“

„ÖVP will offenbar nicht mit uns regieren.“

Die SPÖ hätte zwar aufgrund der Abspaltung der Liste von Kozlik viele Wählerstimmen verloren, „konnte aber dennoch die meisten Mandate erreichen und wir stellen natürlich den Bürgermeisteranspruch“, meint Adler. Er betont: „Wir werden von unserer Seite aus weiterhin versuchen, auf die Mitbewerber zuzugehen, um eine stabile und tragfähige Zusammenarbeit für Berndorf zu erwirken.“

Die ÖVP, mit Spitzenkandidat Franz Rumpler, lud gemeinsam mit FPÖ, UBV und LZB zu einem Pressegespräch, um bekannt zu geben, dass miteinander verhandelt wird. Der Tenor lautet: „Wir für Berndorf - Volkspartei Berndorf, die FPÖ Berndorf, die Liste Unser Berndorf Verändern und die Liste Zukunft Berndorf haben schriftlich vereinbart, dass wir miteinander und für unsere Stadt arbeiten werden. Wir sind in Verhandlungen gestartet, um ehestmöglich eine Erneuerung für unsere Heimatstadt herbeizuführen und ein neues Führungsteam zu bilden.“

Kommt jetzt eventuell sogar Viererkoalition?

Zünglein an der Waage bleibt trotzdem die FPÖ mit Spitzenkandidat, Gerhard Ullrich. Dieser ist überzeugt: „Ich glaube, wenn jetzt keiner überheblich wird und wir einander alle auf Augenhöhe begegnen und unsere vorherigen politischen Differenzen beiseiteschieben, dann könnte aus dieser Allianz wirklich etwas Gutes entstehen. Wir sind bereit, Veränderungen mitzutragen, wo es notwendig und förderlich ist. Dazu möchte ich auch unsere Mitbewerber einladen.“