Badener Kritik an der „Spange Guntramsdorf“

Zubringer zur A2 würde Orte an B17 entlasten. Mödlinger Initiative sieht Bezirk Baden kritisch. Babler präferiert Öffi-Ausbau.

Erstellt am 05. Juni 2018 | 05:20
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Viel los auf den Autobahnen
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Foto: APA (Symbolbild/dpa)

Die Bürgermeister von vier Gemeinden im Süden Wiens fordern die rasche Realisierung der seit langem diskutierten „Spange Guntramsdorf“. Dabei handelt es sich um einen Autobahnzubringer von der B17 im Bereich „Badener Spitz“ zum A2-Knoten Guntramsdorf, der laut Studien eine Verkehrsentlastung für die Anrainergemeinden bedeuten würde.

Die laut einer Aussendung „gemeinsam und parteiübergreifend“ erhobene Forderung der Ortschefs von Guntramsdorf, Biedermannsdorf, Laxenburg und Mödling richte sich an die Verantwortlichen der NÖ Landesregierung, der Bundesregierung und der Asfinag. Die vorgeschlagene Verbindung würde die Verkehrsströme aus dem Süden in Richtung Wien über unbebautes Gebiet zwischen Guntramsdorf und Möllersdorf direkt auf die Südautobahn umleiten. Die Planungen seien schon lange abgeschlossen, konkrete Finanzierungszusagen würden jedoch fehlen.

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Der Durchzugsverkehr entlang der B17 wachse stetig, in den Ortszentren gebe es täglich Staus. „Diese Situation wird sich durch eine geplante Verkürzung des Taktes der Badner Bahn, die mehrmals die B17 kreuzt und damit den Verkehrsfluss unterbricht, sogar noch weiter verschärfen, wenn die Spange Guntramsdorf nicht rasch gebaut wird“, heißt es. Diese würde „zehntausende Menschen im Süden Wiens entlasten“.

SP-Babler spricht von „Stückwerksdiskussion“

Aus dem Bezirk Baden kommen kritische Stimmen zur Initiative. Pfaffstättens VP-Ortschef und LAbg. Christoph Kainz erklärt, dass man vor zehn Jahren dem Projekt nicht näher getreten sei. „Heute melden sich via Presseaussendung Gemeinden zu Wort, die nicht einmal betroffen sind und wollen das Thema künstlich hochziehen.“ Traiskirchens SP-Bürgermeister Andreas Babler spricht von „Stückwerksdiskussionen“. Er warnt vor Schnellschüssen und rät zu einem „Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung“. Babler: „Es braucht Gesamtkonzepte, die den Fokus auf Naturschutz und attraktiven öffentlichen Verkehr richten und nicht auf den Neubau von zusätzlichen Schnellstraßen.“

Traiskirchens Stadtchef fordert ein „radikales Umdenken hin zu einer ökologischen Verkehrsplanung“. Hier hätten Land und Bund Aufholbedarf. „Andere europäische Ballungszentren haben bereits alternative Denkansätze, die es den Menschen ermöglichen, ihre Wege in einem attraktiven öffentlichen Angebot zu bewerkstelligen.“ Denn eines ist für Babler klar: „Neue Großstraßen zu bauen bedeutet nicht weniger, sondern insgesamt mehr Verkehr und gleichzeitig auch Umwandlung von Grünland, naturnahen Flächen, Aulandschaften in Schnellstraßenasphalt.“