Tiefgarage in Traiskirchen polarisiert. Bauvorhaben in Sängerhofgasse werden nicht von allen Anrainern positiv gesehen. Grundstücksverkäufe florieren jedoch.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 17. November 2020 (14:32)
Ein Grundstück in der Sängerhofgasse ist schon ganz klar mit einem Bauzaun abgesperrt. 
Judith Jandrinitsch

Ein wahrer Bauboom ist im Ortsteil Tribuswinkel ausgebrochen. Exemplarisch dafür steht die Sängerhofgasse, wo gleich drei Bauprojekte verwirklicht werden sollen. Ein Grundstück soll eine Tiefgarage mit 23 Stellplätzen bekommen, wer die Sängerhofgasse kennt, weiß wie wenig Platz für Autofahrer dort jetzt schon ist.

Auch Infrastruktur muss berücksichtigt werden

Auch Vizebürgermeister Franz Gartner, SPÖ, für die Bauagenden in der Stadt mitverantwortlich, ist über diese Entwicklung nicht erfreut. „Es gibt noch keine Entscheidung vonseiten der Gemeinde, ob alle eingereichten Bauprojekte positiv behandelt werden. Es geht ja nicht nur um das Bauvorhaben an sich, man muss ja auch die Infrastruktur berücksichtigen. Der Kanal muss dafür genauso fit sein wie die Straßen. Die Sängerhofgasse hält schon im Moment, dem Verkehrsdruck kaum stand.“

Allerdings müsse auch die Gemeinde die NÖ Bauordnung akzeptieren, die die Bauregeln vorgibt.

Die ÖVP erklärt: „Grundsätzlich steht die Volkspartei Traiskirchen den Wohnbauprojekten in Tribuswinkel positiv gegenüber, sofern damit auch kostengünstiger Wohnraum für alle und insbesondere auch für Jugendliche geschaffen wird. Der Gemeinde kann es ja nur recht sein, dass die Jugend nicht wegzieht und im Ort bleibt. Bei all diesen Bauprojekten ist es aber Aufgabe des Bürgermeisters Andreas Babler als Baubehörde erster Instanz, dass die Wohnprojekte ins Ortsbild passen und der Gemeindecharakter erhalten bleibt. Auch muss der Bürgermeister als politisch Verantwortlicher dafür Sorge tragen, dass die Bauklasse II und die Bebauungsdichte in Tribuswinkel eingehalten werden. In zahlreichen persönlichen Gesprächen haben die Tribuswinklerinnen und Tribuswinkler äußerst deutlich festgehalten, dass sie keine Großbetonbauten haben wollen. Und wir nehmen sie ernst.“

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