Volksbanken: Baden spielt zentrale Rolle

Erstellt am 30. März 2015 | 09:06
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
bad14j-fuker-1spm Fuker Bank Volksbank Direktor Erich Fuker
Foto: NOEN, NÖN
Baden-Wien war der Auftakt. Nun folgt eine Reihe weiterer Zusammenschlüsse. Baden dabei prominent vertreten.
Werbung
Die bereits angekündigte Fusionswelle am Volksbanken-Sektor kommt ins Rollen. Regionale Institute aus halb NÖ und dem ganzen Burgenland sollen sich bis Ende 2016 mit dem Platzhirschen Baden-Wien zusammenschließen. Letztendlich werde es nur noch eine zweite größere regionale Volksbank in NÖ geben: Die Zentrale St. Pölten-Krems-Zwettl.

Rund fünf Milliarden Euro Bilanzsumme

Volksbank Baden Fusionen
Die Volksbank Baden hat als Fusionspartner derVolksbank Wien eine Vorreiterrolle im Zuge der Zusammenschlüsse in Ostösterreich übernommen. Foto: NÖN
Foto: NOEN, NÖN

Es sind radikale Fusionen, die in Ostösterreich bevorstehen. Und der Volksbank Wien-Baden kommt dabei eine absolut zentrale Rolle zu. Sie nimmt heuer zur Jahresmitte den Spitzeninstituts-Part der bis 2017 abzuwickelnden ÖVAG (Volksbanken AG) auf – und damit rund 350 Mitarbeiter.

„Das gibt uns die Chance, Altlasten abzubauen, Kosteneinsparungen vorzunehmen und damit auch die regionalen Institute wieder zu entlasten“, ist der Badener Vorstandsdirektor Erich Fuker zuversichtlich. Innerhalb eines Jahres solle der Mitarbeiterstand auf rund 250 reduziert werden.

Neu dazu kommen die regionalen Volksbanken Marchfeld, Obersdorf-Wolkersdorf, Weinviertel, Niederösterreich Süd und Ost sowie Südburgenland. Die neue Bank wird – ohne Spitzeninstituts-Volumen – auf rund fünf Milliarden Euro Bilanzsumme kommen. Die ÖVAG dürfte diese Zahl noch verdoppeln. Man wird damit ein Marktgebiet vom Weinviertel über das Marchfeld, Wien, das Industrieviertel und das gesamte Burgenland betreuen.

Vier Aufsichtsräte aus Baden in Wien

Baden hatte mit dem Zusammenschluss mit Wien eine Vorreiterrolle übernommen. Die Volksbank NÖ Süd zog nach und hat entsprechende Beschlüsse in der Generalversammlung gefasst. „Es sieht jeder die Notwendigkeit, wir haben eine Verpflichtung gegenüber dem Steuerzahler“, begründet Vorstand Martin Heilinger.

Fuker, der sich gegen massive interne Widerstände in Baden für die Fusion stark gemacht hatte, ist entsprechend zufrieden. „Wir haben diesen Schritt eindeutig noch zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Die Volksbank Baden konnte sich im neuen gemeinsamen Institut ein wichtiges Mitspracherecht sichern. Wir stellen vier Aufsichtsräte. Für alle jetzt neu hinzu kommenden Regionalbanken wird es schwieriger werden“, ist er sicher.

„Haben unsere Hausaufgaben gemacht“

Geschlossen wurde im Bezirk hingegen die Filiale Trumau sowie der SB-Standort Traiskirchen. „Weitere Zusammenlegungen oder personeller Abbau sind derzeit nicht nötig. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, verspricht Fuker: „Die regionale Präsenz muss bestehen bleiben.“ Auch aus diesem Grund mache er selbst „einen Schritt zurück“ aus dem Vorstand. Als Prokurist werde er den Titel eines Regionaldirektors erhalten und in Baden bleiben.

„Der direkte Kontakt zu den Kunden war mir immer wichtig“, begründet er: „Und das ist nur hier in Baden möglich. Ich könnte mir nicht vorstellen, die ganze Woche über in einem Büro in Wien zu sitzen. Das ist nicht meine Welt.“ Er betont: „Die letzten Jahre waren sehr fordernd und ich möchte mir ein gewisses Maß an Lebensqualität erhalten.“

Als neuer Vorstandsdirektor der Volksbank Wien-Baden wurde Wolfgang Schauer, bislang Chef der Volksbank Kufstein-Kitzbühel, eingesetzt. Fukers Badener Vorstandskollegen Thomas Schantz und Günter Alland haben ebenfalls zentrale Führungspositionen übernommen.

Werbung