Corona-Test: Kinder warteten 1,5 Stunden im Freien. In Ebreichsdorf herrscht Verärgerung bei Eltern über schief gelaufenen Corona-Test in Volksschule. Direktion bedauert Umsetzung.

Von Thomas Lenger und Andreas Fussi. Erstellt am 10. Februar 2021 (03:32)
Lange Warteschlangen an Kindern vor der Volksschule in Ebreichsdorf.
Lenger, privat

„Es ist eine große Frechheit, dass mein Kind heute eineinhalb Stunden in der Kälte stehen musste“, beschwert sich ein Vater über den montägigen Corona-Test in der Volksschule in Ebreichsdorf. Eltern berichten von einer langen Schlange vor der Schule. „Um 7.45 Uhr war mein Sohn vor der Schule und um 9.05 Uhr ist er in der Klasse gesessen“, kritisiert eine weitere Mutter.

Wie Fotos zeigen, gab es am Montag eine längere Schlange und wie Eltern berichten bis zu eineinhalb Stunden Wartezeit, ehe die Kinder in die Schule konnten. „Dann mussten die Kinder noch 20 Minuten im Hof auf das Ergebnis warten, ehe sie in die Klassen durften“, kritisiert ein verärgerter Vater. Mit Aufwärmen soll es dann aber auch nichts gewesen sein, denn die Fenster sollen offen gewesen sein, berichteten einige Volksschüler den Eltern.

Stadtchef Wolfgang Kocevar übt Kritik an der Regierung.
Thomas Lenger/monatsrevue.at

Unter den wartenden Eltern war auch Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ), der seine Tochter zur Schule brachte. „Ja, auch ich musste mit meinem Kind 55 Minuten vor der Schule warten“, bestätigt der Bürgermeister die Situation vor der Schule. Kocevar übt neuerlich Kritik an der Bundesregierung: „Am Freitag habe ich mit allen unseren Direktorinnen gesprochen, damals wussten diese noch keine Details und hatten keine Verordnung. Kein Wunder, dass durch das Verhalten des Ministeriums jetzt so ein Chaos heraus kommt“, kritisiert Kocevar die Situation.

Auch er wurde von zahlreichen Eltern kontaktiert, welche sich beschwerten. „Jetzt ist genau das passiert, was ich schon in der letzten Woche kritisiert habe“, so der verärgerte Bürgermeister. In der Schule soll es laut dem Stadtchef beim montägigen Test kein positives Ergebnis gegeben haben. Kocevar spricht von einer „Loose Loose“ Situation und versteht die Verärgerung der Eltern. „Ich habe mit der Direktorin bereits gesprochen und sie hat angekündigt, dass am Mittwoch der Test in den Klassen durchgeführt wird, um so eine Situation wie heute zu vermeiden“, erklärt Kocevar.

Laut Bildungsdirektion Anlaufschwierigkeiten

Der zuständige Abteilungsleiter der Bildungsregion, Josef Fürst, bestätigt den Vorfall. Die Direktorin habe erklärt, dass die Umsetzung der intensiven Vorbereitung nicht wie gewünscht funktioniert habe. Fürst spricht von Anlaufschwierigkeiten. Bei der zweiten Testung am Mittwoch werde es dank „verkürzter Wege“ besser laufen. Dann sollte es „wie am Schürchen“ rennen. Obendrein sei in der Volksschule am Wochenende auch die Heizung ausgefallen, weshalb es am Montag in den Räumen noch etwas kühler als sonst war. Mittlerweile funktioniere die Heizung wieder.

Das „Nasenbohrer“-Testkit.
Lenger, privat

„Wir lernen daraus“, erklärt Fürst, der betont, dass es der einzige ihm negativ zugetragene Vorfall im Zuge der Schulöffnungen am Montag gewesen sei. „Es gab sonst keine negativen Rückmeldungen.“ Die im Vorfeld prophezeiten Befürchtungen seien „im Großen und Ganzen nicht eingetreten“. Positive Verdachtsfälle bei den Testungen sind ihm, Stand Montag, keine bekannt. Das wichtigste, das man erreichen wollte, sei, dass „Kinder, Lehrer und auch die Eltern froh sind“, dass die Schulen wieder geöffnet sind.