Kottingbrunn: AmaKult-Theater erstmals Online

AmaKult bringt die Komödie „Der letzte der feurigen Liebhaber als interaktiven Video-Chat auf die Wohnzimmer-Bühne.

Erstellt am 27. Januar 2021 | 03:34
440_0008_8014747_bad0421kotti_amakult_feurigerliebhaber_.jpg
Vom Wohnzimmer aus konnte das Publikum über Barney Cashmans (Franz Grünwald) klägliche Flirtversuche lachen.
Foto: Steiner

Als Neil Simon in den 1960er Jahren die Komödie „Last of the Red Hot Lovers“ schrieb, war Online-Dating noch ferne Zukunftsmusik und doch wirkt der Stoff selten vertraut.

Barney Cashman (Franz Grünwald) fragt sich nach 33 Jahren Ehe mit seiner Highschool-Liebe, ob das schon alles gewesen ist. Der Besitzer eines gewinnbringenden Fischrestaurants will einen Seitensprung wagen. Als Ort wählt er, mehr praktisch als romantisch, die Wohnung seiner Mutter, die einmal wöchentlich ehrenamtlich im Krankenhaus aushilft. Als Erstes trifft Barney die Stammkundin Elaine Navazio (Gabriele Lesnigg).

Mit ihr übt sich der zaghafte Casanova im Smalltalk, während sie ihn in Gedanken auszieht. Als Zweites lädt Barney die überdrehte Schauspielerin Bobbi Michele (Enisa Meindl) ein, die er zufällig im Park trifft. Erst nach ein, zwei Joints schweben die beiden auf der gleichen Wolke. Zuletzt versucht er ausgerechnet mit Jeanette Fischer (Anita Hauer), der Frau seines besten Freundes intim zu werden. Wegen ihres Hangs zum Pessimismus verkommt das Treffen aber zur Therapiestunde. Da können auch die Antidepressiva nicht helfen. Ganz ohne Ergebnis bleiben seine Affären nicht, mehr sei nicht verraten.

Nach der wegen Abstandsregeln zweimal gespielten „Hexer“-Premiere im September beweist die Theatergruppe AmaKult einmal mehr Mut zu Neuem in einem außergewöhnlichen Jahr. Die szenische Lesung, inszeniert von Franz Schiefer, eignet sich für die Wohnzimmer-Bühne. Die technische Umsetzung als Videokonferenz gelang bravourös. Zusehern müssen sich auf die neue Erfahrung einlassen. AmaKult im Lockdown spielen zu sehen, hat definitiv Charme. Gespielt wird noch bis 14. Februar. Die Freitagstermine sind interaktive Online-Lesungen, samstags und sonntags läuft die Lesung als Stream via www.kulturszene.at . Karten unter 02252/74383 oder office@kulturszene.at

Umfrage beendet

  • Theaterstücke im Internet als Stream - ist das für Euch interessant?