Rotes Kreuz Baden hilft bei Suche nach Angehörigen. Erstes „Restoring Family Link Center“ in Baden hilft bei Zusammenführung von Familien und bei Suche nach vermissten Personen. Grünwald: „Baden einmal mehr Vorreiter.“

Von Andreas Fussi. Erstellt am 16. April 2019 (04:33)
Fussi
Franz Geiger, Karoline Anhammer, Maria Rettenbacher, Helga Krismer, Corina Kornherr, Josef Schmoll, Verena Sonnleitner, Erna Koprax, Maria Wieser, Gernot Grünwald und Manfred Lang freuen sich über Restoring Family Link Center in Baden.

Der Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes unterstützt Menschen bei der Wiederherstellung des Kontaktes mit ihren Familienangehörigen. Um dieses Angebot nun verstärkt regionalisieren zu können – und damit den Zugang zu erleichtern – errichtet das Rote Kreuz eigene „Restoring Family Link Center“. Am Freitag wurde nun das Erste in Baden eröffnet. Geplant ist, ein derartiges Center in jedem Viertel Niederösterreichs zu etablieren.

„Wir freuen uns besonders, dass das Rote Kreuz Baden einmal mehr Vorreiter bei Rotkreuz-Angeboten ist“, meint Bezirksstellenleiter Gernot Grünwald. Das Restoring Family Link Center sei derzeit noch an der Bezirksstelle in Baden untergebracht – werde aber künftig im neuen Haus der Menschlichkeit zu finden sein, das Ende Mai eröffne.

„Wir freuen uns besonders, dass das Rote Kreuz Baden einmal mehr Vorreiter bei Rotkreuz-Angeboten ist“

„Der Suchdienst ist ureigene Aufgabe des Roten Kreuzes und bereits in den Genfer Abkommen verankert. Diese Aufgabe wird nur vom Roten Kreuz durchgeführt und zwar weltweit, um Menschen zu helfen, ihre Angehörigen zu finden“, erklärt Rotes Kreuz Niederösterreich Präsident Josef Schmoll, „Zu wissen, wo meine Angehörigen sind, ist ein Menschenrecht“, ergänzt Schmoll.

Deshalb vernetze sich die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung auf der ganzen Welt und biete den Suchdienst an. Bei zwei Drittel der jährlich eingehenden Fälle handelt es sich um Menschen, die durch aktuelle Konflikte oder Migrationsbewegungen betroffen sind.

Dusek
Rotkreuz-NÖ-Präsident Josef Schmoll übergibt Bezirksstellenleiter Gernot Grünwald das Schild des Restoring Family Link Centers beim Roten Kreuz Baden.

Das dritte Drittel bilden jene Betroffenen, die durch weiter zurückliegende Konflikte bis hin zum Zweiten Weltkrieg getrennt wurden – allein aus dieser Zeit gibt es nach wie vor etwa 20.000 ungeklärte Schicksale. Der größere Teil der gesuchten Personen stammt aus Krisengebieten wie Afghanistan (62 Prozent), Somalia (8 Prozent), dem Irak (5 Prozent), Syrien (4 Prozent) oder Eritrea (4 Prozent).

Um die Integration der Familien zu begleiten, bietet das Rote Kreuz Niederösterreich zudem ein Projekt, in dem geschulte Rotkreuz-Buddies diese Familien beim Aufbau eines neuen Lebens in Österreich unterstützen.