Thomas Bruckner berichtet über seine "Wundersuche". Journalist Thomas Bruckner berichtet in Baden über seine Erfahrungen mit der irritierenden Welt der Wunderheiler.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 10. Mai 2019 (16:59)
privat
Thomas Bruckner ließ sich auch von Wunderheilern operieren.

Ein besonderer Vortrag steht im Cinema Paradiso Baden am 14. Mai, 20 Uhr, am Programm. Journalist und Globetrotter Thomas Bruckner aus Herzogenburg hat die Wunderheiler auf die Probe gestellt. Er liest aus seinem Buch „Wundersuche“ (Picus Verlag) und diskutiert mit dem Publikum.

2016 stand Bruckner, der für internationale Medien (Stern, Al Jazeera) tätig ist, vor einer schweren Entscheidung. Ein Gehirntumor wurde diagnostiziert und die Ärzte empfahlen ihm eine Operation. Doch er entschied sich vorerst dagegen. Er wollte zuvor alternativen Heilmethoden eine Chance geben – zunächst in seiner Heimat und schließlich auf der ganzen Welt. Der erfahrene Reporter begegnete daraufhin weltweit Menschen, die von sich behaupten, außergewöhnliche Fähigkeiten zu besitzen, und drang tiefer in unerklärliche Phänomene ein, als es ihm vor seiner Erkrankung je möglich gewesen wäre.

Seine Reisen führten ihn von einem als Humanergetiker praktizierenden Kartoffelbauern im Waldviertel über Voodoo Priester in Togo, Geistchirurgen auf den Philippinen, Schamanen in Bulgarien und Teufelsaustreibern in Ghana bis hin zum weltweit bekanntesten Medium, Joao de Deus in Brasilien.

„Viele der angeblich übersinnlichen Kräfte lösen sich als Hirngespinste, Betrügereien oder leicht zu erklärende psychologische Mechanismen auf“

Bruckner setzte sich Phänomenen aus, deren Existenz er im Vorfeld als Hirngespinste abgetan hätte. So ließ er sich von philippinischen Wunderheilern, an deren Händen noch Blut von vorigen Operationen klebte, operieren, zog bei Voodoo-Priestern in Afrika ernsthaft in Erwägung, für seine Gesundung Hühner, Hunde und Katzen zu opfern und wurde in Südamerika vom mächtigsten Medium durch Wischer über seine Stirn in psychisch bedenklichen Zustand versetzt.

Aura- und Hellsichtigen begegnete er genauso wie Pendlern, Kartenlegern und Menschen mit Röntgenblick. Und immer versuchte Bruckner, offen und zugleich aber auch nüchtern zu bleiben, nie wollte er seine Sinne durch blinden Glauben trüben lassen.

„Viele der angeblich übersinnlichen Kräfte lösen sich als Hirngespinste, Betrügereien oder leicht zu erklärende psychologische Mechanismen auf“, bilanziert Bruckner. Aber einige Begegnungen erschütterten das auf Ratio basierende Weltbild des Journalisten doch gewaltig. Bruckner: „Wunder gibt es.“