Mehr Registrierungen im Bezirk Baden wegen neuem Gesetz. Behördliche Kunden machten vom möglichen Waffenkauf keinen Gebrauch. Lockdown beschert Umsatzverlust.

Von Judith Jandrinitsch und David Steiner. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:45)
Shootingpark-Geschäftsleiter und Bundestrainer Josef Hahnenkamp und Gattin Michaela blicken auf ein „schaumgebremstes“ Jahr für den Waffendhandel und Schützensport zurück. Bei dem abgebildeten, roten Korth-Revolver handelt es sich um eine für sportliche Zwecke gefertigte Waffe.
Steiner

Laut Informationen der Bezirkshauptmannschaft Baden, siehe auch Infobox, waren per 1.1. 2021 um 927 Schusswaffen mehr registriert als per 1. Jänner 2021. Auch, wenn die Landespolizeidirektion NÖ erklärt, dass kein signifikanter Anstieg von Waffenbesitzern in den letzten Jahren in Niederösterreich festzustellen sei.

Der Anstieg könne auf das jährliche Bevölkerungswachstum von rund zwei Prozent zurückgeführt werden. Außerdem gab es eine verpflichtende Nachregistrierung von bestimmten Waffenteilen aufgrund einer Novelle des Waffengesetzes, dessen Frist am 14. Dezember dieses Jahres abläuft. Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Hannes Jantschy hält fest, dass sich im Bezirk Baden niemand fürchten müsse. Die diversen Lockdowns haben eine deutliche Abnahme krimineller Aktivitäten bewirkt.

„Wir verzeichnen bei den Einbrüchen einen Rückgang im Jahr 2019 von 762 Einbrüchen auf 640 Einbrüche im Jahr 2020“, erläutert Jantschy. „Das ist ein Minus von 20 Prozent.“ Auch Waffenhändler im Bezirk gehen nicht von einem Anstieg bei Waffenbesitzern aus. Wie andere Handelssparten waren sie von den Lockdowns betroffen. Die viel diskutierte Ausnahme für behördliche Waffenkäufe im zweiten Lockdown brachte für sie eher einen Nachteil. Sie hatten keinen Anspruch auf Umsatzersatz, gleichzeitig aber keine behördlichen Kunden.

„Das Geschäftsjahr war nicht schlecht, es gab aber schon bessere Jahre“, erklärt Gerhard Rohrbacher, Geschäftsführer von Rohof Waffen in Berndorf. Am Neuwaffenmarkt habe es keine Steigerung gegeben. Am Gebrauchtmarkt seien Waffen im Umlauf, die lediglich den Besitzer wechseln würden. Eine Änderung des Waffengesetzes würde bis Ende 2021 auch zur Nachmeldung von Flinten führen, was bei Beurteilung der Zahlen im Waffenregister berücksichtigt werden müsse, erklärt Rohrbacher.

Josef Hahnenkamp, Geschäftsleiter des Shootingparks Leobersdorf resümiert: „Das letzte Jahr war für den Waffenhandel eher ein Drama. Sechs Wochen Lockdown im Frühjahr, kein Umsatzersatz im November. Drei Wochen ist kein Mensch gekommen, weil der Shootingpark geschlossen war.“ Man habe gemerkt, dass die Menschen in der Krise eher sparen. Auch der Schützensport hatte mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Jetzt im dritten Lockdown ist der Schießplatz als Outdoor-Sportstätte geöffnet und Sportschützen können Trainingseinheiten nachholen. Im Waffenshop ist aktuell nur „Click & Collect“ möglich.

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