Die Quelle des Lebens im Bezirk Baden. Die Triestingtal- und Südbahngemeinden sind bestens aufgestellt, was ihre Versorgung mit Trinkwasser betrifft.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. Juli 2021 (04:27)
WLV-Obmann Franz Gartner, WLV-Direktor-Stellvertreterin Sandra Akranidis-Knotzer und Bettina Steiner, die die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes betreut.
Jandrinitsch

Der Wasserreport 2021 zeigt, dass der Wasserleitungsverband der Triestingtal- und Südbahngemeinden (WLV) auf eine hervorragende Arbeit zurückblicken kann. Und dass, obwohl die klimatischen Herausforderungen wie Hitzesommer von Jahr zu Jahr zunehmen.

WLV-Obmann Franz Gartner sieht die Arbeit seines Verbandes bestätigt. „Auch im Pandemiejahr 2020 führte der WLV bei seinen Mitgliedsgemeinden alle notwendigen Arbeiten durch. Wir versorgen 180.000 Einwohner und gehören zu den zehn größten Direktversorgern Österreichs. Wir fördern im Jahr rund 11 Millionen Kubikmeter Wasser.“

Das kostbare Nass werde direkt bis zu den Kunden transportiert, entscheidend sei: „Die Quellen sind in Eigenbesitz“, hält Gartner fest.

Der Wasserpreis wird ab 1. August 1,50 Euro pro betragen, dazu kommt noch die Vorsteuer von 10 Prozent. „Damit sind wir fast der günstigste Wasserversorger Österreichs“, verweist Gartner darauf, dass der Verband finanziell gut aufgestellt ist und sparsam wirtschaftet, was den Kunden zugutekomme.

Auch für Spitzenzeiten sei der Verband gerüstet. „Im Frühling merkt man immer, wenn die Menschen ihre Pools füllen. Doch wir sind noch nie in die Situation gekommen, dass wir eine Warnung rausgeben müssten, dass das Wasser knapp wird und die Leute etwa beim Gartengießen sparen sollen“, ist Gartner stolz.

Besonders in der Lockdown-Zeit sei das Pool-Thema noch größer geworden. Und werde wohl auch eines in der Zukunft bleiben, das es zu bewältigen gibt.

Der Gründungsgedanke des Verbandes lebt noch heute weiter. 1927 schlossen sich die Gemeinden entlang der Südbahn zusammen, weil ihr Lebensraum durch Industriebetriebe extrem belastet war, vor allem das Trinkwasser. Typhusepidemien und eine hohe Kindersterblichkeit erforderten einen raschen Handlungsbedarf, um der Bevölkerung Zugang zu sauberem, keimfreien Trinkwasser zu ermöglichen.

Neues Brunnenfeld für zukünftige Generationen

Und so hat der WLV vor Kurzem ein neues Brunnenfeld in Furth an der Triesting erschlossen. Die rund 120 Hektar große Liegenschaft hat der Verband vor drei Jahren angekauft.

Der WLV folgt dem Motto: Nur wer Eigentümer von Grund und Boden ist, kann auch wirklich für Schutz und Sicherheit sorgen. Im Juni wurden hier erfolgreich Sondierungsbohrungen bis 100 Metern Tiefe durchgeführt. Die Ergiebigkeit wird in den nächsten Wochen durch Pumpversuche überprüft.

Dieses neuerschlossene Wassergewinnungsgebiet dient zukünftig dazu, die Versorgungssicherheit der Triestingtalgemeinden für die nächsten Generationen zu sichern. Zu den 29 Verbandsgemeinden zählen nun auch sieben Vertragsgemeinden. „Hier liefern wir bis zur Gemeindegrenze, um die Wasserverteilung muss sich die Gemeinde kümmern“, erläutert Gartner. Eine Vertragsgemeinde ist etwa Ebreichsdorf.

Der WLV investiert laufend in die Digitalisierung und in den Neubau und die Sanierung von Wasserleitungen. Auch die Implementierung einer Photovoltaikanlage zwecks Stromgewinnung wird überlegt. Vor Kurzem wurde eine zweite Hauptleitung in Richtung Wienerwaldgemeinden verlegt.

„Kaltenleutgeben, Breitenfurt und Gaaden werden nun von zwei Seiten versorgt. In Gaaden wurde auch ein neuer Hochbehälter gebaut“, informiert Gartner. Der größte Hochbehälter des Verbandes befindet sich in Pfaffstätten. Er fasst 20.000 m³ und ist vor allem dazu da, Spitzenverbrauch tagsüber abzufedern.

Der WLV-Obmann versucht, vor allem eines in Erinnerung zu rufen: „Wasser ist Leben, ohne Wasser gibt es kein Leben.“