Sooßer Heurigenwirt "Eder's" öffnet nicht mehr

Der erfolgreiche Sooßer Heurigenbetrieb wird nach Coronakrise nicht wieder öffnen.

Andreas Fussi
Andreas Fussi Erstellt am 06. Mai 2020 | 05:58
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Das Logo des Heurigen.
Foto: NOEN

Schock für die zahlreichen Stammgäste des Heurigen Eder’s. Per E-Mail wurden sie in der Vorwoche verständigt, dass ihr Lieblingslokal in der Hauptstraße 28 geschlossen bleibt.

Der ehemalige Postbus-Chef Christian Eder hängte vor drei Jahren seine Managertätigkeit an den Nagel und erfüllte sich mit Ehefrau Elisabeth, die zehn Jahre lang die Möllersdorfer „Pension Iris“ geführt hatte, einen Traum. Sie erwarben den bekannten Betrieb der Familie Mrazek-Schäffer in Sooß und eröffneten gemeinsam mit ihren Kindern im Juli 2017 ihren eigenen Heurigen „Eder’s“. Innerhalb kürzester Zeit machten sie den Betrieb zu einem Schmuckstück.

Kein Betrieb „unter diesen Umständen“

Nun folgt jedoch das Aus. „Zu unserem Ausstecktermin im März kamen kaum noch Gäste“, erzählt Christian Eder. „Am 12. März – ein Donnerstag – hatten wir fast keine zahlenden Gäste mehr. Also entschlossen wir uns dazu, den Betrieb drei Tage vor unserem geplanten Aussteck-Ende vorzeitig zu schließen und erst einmal abzuwarten, wie das mit Corona weitergeht.“

Gespannt verfolgte man die weitere Entwicklung der Pandemie und freute sich schon auf die Wiedereröffnung spätestens im Sommer. Als dann aber der Fahrplan Bundesregierung mit den neuen Regeln für die Gastronomie feststand, war es bei den Eders mit der Vorfreude vorbei. „Nein danke, diese Restriktionen tun wir uns nicht an“, sagt der Heurigenwirt.

Familie Eder Gasthof Eder's
Christian und Elisabeth Eder mit den Kindern Michaela und Lukas sowie Schwiegertochter Mary wollen bei der Ausübung ihres Hobbys auf das Tragen von Masken gerne verzichten.
privat

Gemeinsam mit der Familie entschloss er sich schweren Herzens dazu, nicht wieder aufzusperren. „Auf Sicht gesehen ist ein Heurigenbetrieb unter diesen Umständen betriebswirtschaftlicher Wahnsinn. Durch die Beschränkung der maximalen Gästeanzahl können nicht einmal die Fixkosten abgedeckt werden. Zudem muss man immer mit einem Auge darauf achten, dass die Mindestabstände eingehalten werden und ich könnte bei Nichtbeachtung sogar zur Verantwortung gezogen werden. Die Tische müssten ständig desinfiziert werden und – als ob das nicht schon genug wäre – müssten wir den ganzen Tag mit Gesichtsmasken herumlaufen. Und was das im Sommer bei 30 Grad bedeutet, kann sich jeder ausmalen“, ärgert sich der bald 57-Jährige über die „neue Normalität“.

Man sei jedoch in der glücklichen Lage, vom Betrieb wirtschaftlich nicht abhängig zu sein. „Ja, natürlich ist es unendlich schade, denn der Heurige hat uns Spaß gemacht. Aber unter diesen Umständen sehen wir uns zu einer Weiterführung außerstande. Vor allem, weil niemand sagen kann, wie lange das noch dauern soll“, konstatiert Eder.

Die Eders bedanken sich bei ihren Gästen für die Treue und „es würde uns freuen, sie bei einem anderen Heurigen in der Thermenregion auf ein Gläschen zu treffen. Denn es gibt auch Anderes im Leben…“