Baden: Stadtgartendirektor wird Amtes enthoben. Stadtführung kündigt nach Gerichtsurteil gegen den Stadtgartendirektor dessen Abberufung an und plant dabei auch Beitritt zur Organisation „Transparency International“.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 11. Februar 2021 (05:35)
Stefan Szirucsek und Helga Krismer setzen sich für die Bekämpfung und Eindämmung von Korruption ein und planen daher den Beitritt Badens zu Organisation „Transparency International“.
psb/kollerics

Die „Causa Stadtgartendirektor“ hat in Baden für heftige Debatten und Attacken der Opposition gesorgt. Wie berichtet, wurde der Badener Stadtgartendirektor am Landesgericht Wr. Neustadt wegen Untreue rechtskräftig zu zehn Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Nun steht fest, dass sich auch der Gemeinderat mit der Verurteilung befassen wird. So ist laut einer Aussendung der Stadtgemeinde in der kommenden Sitzung am 23. März geplant, „die Abberufung von Gerhard Weber als Stadtgartendirektor zu beschließen. Ihm folgt sein Stellvertreter Andreas Kastinger als interimsmäßiger Leiter der Badener Stadtgärten nach“, heißt es darin.

„Nichts zu beschönigen“ gibt es laut Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, und Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grüne, hinsichtlich der Causa nach dem strafrechtlichen Urteil und der medialen Berichterstattung. „Ja, es gab Verfehlungen“, bestätigen sie, geben jedoch im selben Atemzug eine Kampfansage aus: „Es wird sofort gehandelt und wir wollen in diesen Belangen besser werden“, unterstreichen die beiden unisono. „Das sind wir nicht nur Baden und seinen Bürgern schuldig, sondern auch unseren Mitarbeitern, für die wir ein Signal setzen wollen.“ So sei als erster Schritt seitens der Stadtregierung geplant, in der Gemeinderatssitzung am 23. März den Beitritt zur NGO (Nichtregierungsorganisation, Anm.) „Transparency International Austria“ zu beschließen.

„Transparency International arbeitet mit wirkungsvollen Tools, die darauf abzielen, Korruption zu verhindern sowie Transparenz, Verantwortung und Integrität zu fördern“, schildern Szirucsek und Krismer. Durch laufende Beobachtungen und Analysen erarbeite das Team „Maßnahmen zu dessen Stärkung, wodurch wir künftig ein effektives Werkzeug zur Verfügung haben, um in diesen Bereichen einen neuen Weg einzuschlagen“, sind die beiden Stadtchefs überzeugt.

Opposition befürchtet "Alibi-Aktion"

Die Opposition im Badener Gemeinderat befürchtet hinter dem Beitritt "eine Alibi-Aktion" und dass die Organisation "Transparency International" für die Stadtregierung "als Feigenblatt herhalten" müsse. Mehr zur Kritik der Oppositionsvertreter lest Ihr in der aktuellen Printausgabe der Badener NÖN sowie im E-Paper: https://www.noen.at/epaper