Heißer Sommer bringt Belastung und Gefahr im Bezirk Baden

Erstellt am 26. Juli 2022 | 20:02
Lesezeit: 4 Min
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Ein Feuerwehrmann der FF Bad Vöslau beim Waldbrand in Großmittel vor zwei Wochen.
 
Foto: Foto: FF Bad Vöslau/Pixabay
Die derzeitige Hitzewelle macht Mensch, Tier und Natur gleichermaßen zu schaffen. Auch Waldbrandgefahr ist erhöht.
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Mit 37,7 Grad gab es in der Badener Gemeinde Seibersdorf vergangene Woche den bis dato heißesten Tag des Jahres in Österreich. Wenngleich sich die hohen Temperaturen wieder etwas mäßigen sollen, stellt die Hitze und die mit ihr einhergehende Trockenheit eine große Belastung für Mensch, Tier und Natur dar. Die Bäuerinnen und Bauern im Bezirk Baden etwa sehen sich einmal mehr mit einer Wasserknappheit konfrontiert, heißt es seitens der Bezirksbauernkammer unter der Leitung von Johann Krammel.

„Nach einem extrem trockenen Frühjahr führten die Niederschläge zwischen April und Juni gemeinsam mit den recht kühlen Temperaturen zu guten Bestandsentwicklungen. Aus diesem Grund konnte die Getreideernte zwar mit geringeren Erträgen, aber dennoch sehr guten Qualitäten abgeschlossen werden“, sagt Krammel. Die vermehrten Hitzetage seit Anfang Juli stellten nun aber eine große Herausforderung für Sommerackerkulturen wie Mais, Soja und Sonnenblumen dar. Um möglichst wasserschonend zu arbeiten und ein übermäßiges Verdunsten des Grundwassers zu vermeiden, würde nur in den Nachtstunden bewässert.

„Die Bezirksbauernkammer ersucht daher um Verständnis für die wenigen Tage im Jahr, in denen es zu Lärmbelästigungen durch die Bewässerungsaggregate in Ortsnähe kommen kann“, ersucht Obmann Krammel.
Eine Branche, welcher hohe Temperaturen grundsätzlich mehr in die Karten spielen als ihr zu schaden, ist jene des Schwimmbadbetriebes. Während das „Aqua Splash“ in Traiskirchen in den Wochen vor dem 19. Juli noch täglich rund 600 Badegäste zählte, sind es nun circa 1300. „Es ist aber Urlaubszeit, sonst würden die Zahlen sicher höher sein“, konstatiert Christian Bauer, der Leiter des Schwimmbades. Aufgrund der vielen Bäume verfüge man über genug Schattenplätze, die Zahl der Sonnenschirme möchte man im kommenden Jahr aber dennoch erhöhen.

Erhöhte Waldbrandgefahr sorgt für Anspannung

Vor allem im südlichen Europa wüten derzeit Waldbrände teilweise historischen Ausmaßes, doch auch der Bezirk Baden gehöre laut dem stellvertretenden Kommandanten der FF Baden Weikersdorf und Abschnittsfeuerwehrkommandaten des Abschnittes Baden Stadt, Martin Geiger, zu den Hochrisikogebieten: „Es wurde entsprechende Ausrüstung gekauft und Ausbildungen gemacht. Auch steht uns ein Waldbrandfahrzeug für den Bezirk zur Verfügung. Seitens des NÖ Landesfeuerwehrverbandes wurde dieses in Enzesfeld stationiert“, erklärt Geiger. Ein Problem hierbei sei allerdings, dass diverse Firmen mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hätten.
Weiters gäbe es im Bezirk Baden eine eigene Waldbrandgruppe, die der Unterstützung der Feuerwehren diene.
Um das Gefahrenpotenzial abschätzen zu können, arbeiten die niederösterreichischen Feuerwehren seit einigen Jahren mit der Universität für Bodenkultur sowie der Zentralanstalt für Meteorologie zusammen.

„Erster Ansatz für eine Prävention ist daher natürlich die Vermeidung.“

„Täglich gegen 12 Uhr werden Gefährdungskarten generiert, auf die wir als Feuerwehr der Stadt Bad Vöslau zugreifen können“, erläutert Oberbrandinspektor Christian Hoffmann. Derzeit befinde man sich in der höchsten von fünf Warnstufen. Besonders gefährdet seien stark frequentierte Gehwege, da 90 Prozent aller Waldbrände menschlichen Ursprungs seien. „Erster Ansatz für eine Prävention ist daher natürlich die Vermeidung.“ Und: „Seitens der Bezirkshauptmannschaft Baden werden aufgrund der anhaltenden Trockenheit Waldbrandverordnungen erlassen, welche das Hantieren mit Feuer wie Lagerfeuer, oder das Rauchen im Wald strikt untersagen und unter Strafe stellen“, meint Hoffmann dazu, wie sich Waldbrände auch auf jeden Fall vermeiden ließen.

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