Vor Gericht gelandet: Falschgeld im Darknet bestellt

18 Monate bedingte Haft für 31-jährigen, der falsche 50er „zehn plus drei gratis“ bestellt hatte. „Konnte nicht widerstehen.“

Brigitte Steinbock Erstellt am 15. Januar 2019 | 04:27
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Das Falschgeld wurde im Darknet verkauft
Das Falschgeld wurde im Darknet verkauft
Foto: APA (dpa)

„Das Angebot ist auf der ‚Dream-Market-Topliste‘ aufgeschienen, wo man die neuesten Produkte sieht. Ich hab’s gesehen, angeklickt und bestellt“, so der 31-jährige Angeklagte vor Gericht.

Die Rede ist hier allerdings nicht von einer üblichen Internetbestellung, sondern vom sogenannten „Darknet“, also der „dunklen Seite“ im Internet, wo es all jenes zu erwerben gibt, was legal nicht gekauft werden kann. Und das vom Angeklagten angesprochene „Top-Angebot“ betraf zehn gefälschte 50-Euro-Scheine, plus drei gratis.

Der Angeklagte soll, laut Staatsanwaltschaft, drei der „Blüten“ weitergegeben haben. Zwei an einen Freund, „der jetzt nicht mehr mein Freund ist“, weil er ihm 100 Euro geschuldet habe und einen weiteren beim „Billa“ in Weigelsdorf.

„Habe bald bemerkt, dass das Blödsinn ist“

Der 31-Jährige ist vorbestraft und hat einen Bewährungshelfer, der ihm allerdings ein gutes Zeugnis ausstellte.

Auf die Frage der Richterin, warum er denn nach einem Jahr mit gutem Verhalten so einen Blödsinn gemacht habe, antwortete der Mann: „Ich konnte nicht widerstehen. Den Rest des Falschgeldes hab ich dann aber selbst vernichtet, weil mir klar geworden ist, was das für ein Blödsinn ist.“

Dem Freund habe er das Geld deshalb gegeben, weil er zu dem Zeitpunkt sehr betrunken gewesen sei. Und beim Billa soll die Kassiererin zwar gesagt haben, dass sich das Geld „ein wenig“ komisch anfühle, aber sie akzeptierte es dennoch.

Allerdings stand dann sehr bald die Polizei auf der Türmatte des Angeklagten. Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, warum er denn überhaupt im „Dark net“ herumgestöbert habe, gab der Mann zu, dass die Bestellung von „Speed“ beabsichtigt habe. Mittlerweile sei er aber „clean“ und befinde sich in Therapie beim Grünen Kreis. Das Urteil: 18 Monate bedingt.