Naturwacht hilft gegen Traubendiebe. Die Berg- und Naturwacht unterstützt Badens Winzer, die seit Jahren mit illegalen „Traubenernten“ zu kämpfen haben.

Von Sonja Pohl. Erstellt am 29. September 2014 (08:23)
NOEN, Pohl
Weinbauvereinsobmann Rudi Gehrer und Ernst Ohnheiser, Chef der Berg- und Naturwacht Baden.
Die Zeit der Weinlese nützen Spaziergänger entlang der Rieden auch gerne, um die eine oder andere Traube zu kosten. So werden die ersten Zeilen nahe der Güterwege oft zu Selbsternteflächen.

„Das wäre nicht so schlimm, würden nur jene Trauben vom Stock genommen, die auch gleich gegessen werden“, klärt Weinbauvereinsobmann Rudi Gehrer auf. Problematisch wird es allerdings, wenn Haushaltsmengen von bis zu drei Kilogramm oder mehr mitgenommen werden.

Vor zwei Jahren 1.200 Kilo auf einen Schlag gestohlen

„Oft reißen die Leute ganze Rispen vom Stock, um zwei oder drei Beeren zu essen, der Rest landet achtlos am Boden“, so Gehrer, Das ärgert Badens Winzer, die sich das gesamte Jahr hindurch mit viel Engagement um ihre Lebensgrundlage kümmern. Doch nicht nur mit erntenden Spaziergängern haben Winzer ihre liebe Not. „2012 wurden auf einen Schlag 1.200 Kilo, 2013 noch einemal 900 Kilo Traubenmaterial geerntet.“

Derlei Diebstähle sind alles andere als ein Kavaliersdelikt. „Um Traubendiebstählen Einhalt zu gebieten werden die Winzer seit heuer von der Berg- und Naturwacht unterstützt, die am Harter-, Römer- und Badnerberg Streife fahren“, ist Gehrer froh.

„Gesamt handelt es sich dabei um rund 500 Hektar Weingartenfläche von bis zu 200 Pächtern“, weiß Naturwachtchef Ernst Ohnheiser. „Im Team sind auch drei Feldschutzorgane, die als beeidete Umweltschutzorgane auch mit den nötigen Kompetenzen ausgerüstet sind“, verrät Ohnheiser.

„Kann Strafe von bis zu 2.500 Euro nach sich ziehen“

Seit August sind sie in unregelmäßigen Abständen täglich zwei bis drei Stunden in den Rieden unterwegs, um einerseits auf die Situation aufmerksam zu machen und andererseits Diebstähle im großen Stil abzuwenden. „Schließlich handelt es sich um Entwendung von Feldfrüchten, was mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 2.500 Euro geahndet werden kann“, ist Ohnheiser sicher, dass sich dessen viele gar nicht bewusst sind.

Doch nicht nur süße Weintrauben werden gerne mitgenommen, auch auf die Weinblätter haben es manche abgesehen, um sie gefüllt als Delikatessen zu servieren. „Bleiben die Trauben blätterlos am Stamm zurück, sind sie schutzlos der Sonne ausgesetzt und können verderben“, weiß Gehrer um die Auswirkungen.