Ausflug in die Vergangenheit mit Museumsdirektor Stiawa. Mit Museumsdirektor Wolfgang Stiawa in der „Marschowitzmühle“ in Eberbach, einem „Lost Place“.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 20. Dezember 2020 (03:45)
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Die Ruinen der Mühle am Hof, in den letzten 20 Jahren total verfallen, wurde zum perfekten Beispiel eines „Lost Places“ des Tals.
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Es gibt einen Ort im Triestingtal, wo das Christkind die Christbaumkreuze erzeugen ließ. Mit der NÖN begab sich Museumsdirektor Wolfgang Stiawa (82) auf Feldforschung zu der sagenumwobenen „Marschowitzmühle“ in der Nähe von Eberbach.

Dieser geheimnisvolle Ort ist ein genialer Fall von so genannten „Lost Places“ im Triestingtal und ein Zeuge der Industriegeschichte des 20. Jahrhunderts.

Die Mühle dürfte 1903 auf eine Industrie-Werkstätte umgebaut worden sein. So zum Beispiel gründete auf diesem Areal ein Herr Schwetz (Vorname unbekannt) um 1910 eine Galvanisierung und erwarb auch einen Stromgenerator der vom Eberbach-Bach gespeist wurde.

1947 wurden in diesem Gebäude von Hans Kransteiner (1912-1970) und Viktor Schweinsteiger (1901-1962) unter anderem Taschenlampen, Sägespäneöfen und Christbaumständer erzeugt. Produziert wurde ab 1950 auch ein Christbaum-Eisengestell, wo man individuell natürliche Zweige einstecken konnte.

Unter zig anderen Sagen und Erzählungen über diesen mystischen Ort raunt man auch, dass das Christkind und Engelwesen dort in Erscheinung traten.

In den vergangenen Jahrzehnten ist diese ehemalige Werkstätte total dem Verfall preisgegeben und die Natur holt sich den Platz des einstigen Industriestandortes immer mehr zurück. Nur der Bildstock der Mühle trotzt der Vergänglichkeit.

Im Regionalmuseum Triestingtal in Weissenbach kann man einige Exponate aus der Werkstätte Viktor Schweinsteigers und Hans Kransteiners besichtigen.

Info: Wolfgang Stiawa, 02674 87574.