Weltmenschen mit Respekt vor jedem in Traiskirchen. Memet Zeki Metins Vision von einer besseren Welt: Unterschiede zwischen Völkern spielen keine Rolle mehr.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 17. Oktober 2019 (10:36)
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Die Moderatorin des Abends Kaltrina Durmishi, Bürgermeister Andi Babler, Preisträgerin Hanna Jaff, Landtagsabgeordneter Christoph Kainz, Preisträger Yazar Nuri Simir und Memet Zeki Metin.
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Der Obmann des Weltmenschvereins mit Sitz in Baden, Memet Zeki Metin, verleiht jedes Jahr am 10. Oktober, am Weltmenschtag, den Weltmenschpreis in einer bestimmten Gemeinde.

Dieses Jahr war Traiskirchen an der Reihe. In den Stadtsälen bat Metin zwei internationale Persönlichkeiten mit kurdischen Wurzeln auf die Bühne, eine Frau und einen Mann, die sich für unterprivilegierte Menschen wie Flüchtlinge in Flüchtlingslagern einsetzen oder jahrzehntelang selbst entsetzliches Unrecht ertragen haben, aber deshalb nicht zu Menschenhassern wurden.

"Alle Menschen auf der Welt feiern Weltmenschtag"

Das Credo von Metin lautet: „Das wichtigste Erbe, das wir unseren Kindern hinterlassen können, ist eine friedliche Welt.“ Sein Traum ist: „Alle Menschen auf der Welt feiern Weltmenschtag.“ Er erinnerte daran, dass seine Tochter das erste Mädchen war, das in jenem Gebiet der Türkei, aus dem Metin stammt, eine Schule besuchte. Das stieß damals auf Verwunderung und Ablehnung, heute ist es „normal, dass Mädchen in die Schule gehen. Und die Töchter der Metin-Familie studieren überall auf der ganzen Welt.“ Die weibliche Preisträgerin Hanna Jaff war extra von Mexico City nach Traiskirchen gejettet, um die Auszeichnung entgegenzunehmen.

Jaff lebt in San Diego in den USA, ihre Mutter stammt aus Tijuana, Mexico, ihr Vater hat kurdische Wurzeln. In den USA wurde sie einem breiten Publikum durch die Reality-TV-Show „Made in Mexico“ bekannt, in der sie eine der neun Hauptdarsteller ist.

Ihre Popularität nutzt sie vor allem dazu, auf Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, aufmerksam zu machen. Sie besucht immer wieder Flüchtlingslager im Irak und gibt den Menschen in den Lagern Englischunterricht, für den sie auch die Unterrichtsmaterialien bereitstellt.

Der zweite Geehrte war Yazar Nuri Simir, ebenfalls ein Kurde, der viele Jahre lang in einem berüchtigten Foltergefängnis in der Türkei festgehalten wurde. Er erklärte: „Die Wärter warteten nur darauf, dass wir einen Fehler machten, dass wir zurückschlugen, damit sie einen Grund hatten, uns Häftlinge umzubringen. Doch diese Gefallen taten wir ihnen nicht.“