Nach Brand sagt Eigentümer: „Wir machen weiter“

Eigentümer Leopold Wieselthaler jun. bekräftigt, die stark beschädigte Halle in Wienersdorf wieder aufbauen zu wollen. Über 200 Feuerwehreinsatzkräfte bekämpften die Flammen.

Erstellt am 30. September 2021 | 06:20

Mehr als 200 freiwillige Feuerwehrmitglieder bekämpften am vergangenen Dienstag, 21. September, unter schwierigsten Bedingungen einen Hallenbrand im Gewerbepark.

Die Feuerwehr Wienersdorf mit Kommandant und Einsatzleiter Walter Hanser war als erste am Brandort. Hanser wurde rasch klar, dass dieser Brand nur mit vereinten Feuerwehrkräften zu bekämpfen war und rief die höchste Alarmstufe 4 aus.

Der Kommandant erläutert: „Die Lagerhalle stand im Inneren in Vollbrand und die enorme Strahlungshitze hatte bereits mehrere Fenster im Dach bersten lassen. Meterhohe austretenden Flammen drangen ins Freie und bedrohten bereits auch weitere direkt angebaute Gebäudeteile.“

Enorme Rauchentwicklung

In der Halle wurden Kunststoffblumen und Dekorartikel aus diesem Material gelagert, was die enorme Rauchentwicklung erklärt. Personen befanden sich keine mehr in der Halle, die Arbeiter, die zuvor noch erfolglose Löschversuche durchgeführt hatten, hatten die Halle beim Eintreffen der Feuerwehr bereits verlassen. Seit dem das ehemalige Semperit-Areal nach Schließung des Conti-Reifenwerkes seit 2009 endgültig brach lag, gedeiht jetzt neues Leben in den alten Hallen.

2012 erwarben private Investoren, darunter Leopold Wieselthaler jun., das Areal. Seit dem werden die Hallen Schritt für Schritt saniert und an Firmen weitervermietet.

Von Anfang an war klar, dass dieser Einsatz gefährlich war. „Die tonnenschwere Decke drohte einzustürzen. Der Brand drohte, auf die nebenliegende Halle, die einem Möbelhaus gehört, überzugreifen. Wir Einsatzkräfte konnten deshalb nicht so vorrücken, wie es notwendig gewesen wäre, um den Brand effizient von innen zu bekämpfen. Unser Glück war, dass die Nachbarhalle, die einem Möbelhaus gehört, leer war. Durch diese Halle konnte der Innenangriff erfolgen.“

Die Flammen wurden in erster Linie von Außen bekämpft, unterstützt von zwei Drehleitern und einer Teleskopmastbühne.

„Doch selbst als der Brand unter Kontrolle war, mussten wir ständig Nachschau halten, denn der Wind heizte einzelne Glutnester immer wieder an“, berichtet Hanser. Bis Mittwoch um 20 Uhr das offizielle Brand Aus gegeben wurde. Der gesamte Unterabschnitt wurde alarmiert, laufen wurden Feuerwehren nachalarmiert, „weil wir frische Kräfte brauchten, die die fordernden Löscharbeiten, ausgerüstet mit Atemschutzmasken, durchführen konnten.“

Eingetreten ist das, was von Anfang an befürchtet wurde, die Decke stürzte ab. Das ermöglichte es aber wieder, die Löscharbeiten, zumindest bei laufendem Blickkontakt nach oben, von der Alois Lutter-Straßenseite her zumindest teilweise wieder aufzunehmen.

Halle wird saniert

Keinen Zweifel an der Sanierung der Halle hegt Eigentümer Leopold Wieselthaler jun.. Er tritt aufkeimenden Gerüchten entschieden entgegen: „Sobald mit der Versicherung alles geklärt ist, beginnen wir mit dem Wiederaufbau der Halle. Die Sanierung des Semperit-Areals war bis jetzt eine Erfolgsgeschichte. Der vom Brand betroffenen Firma geht es wirtschaftlich gut und unserem Unternehmen, dem Gewerbepark, geht es auch gut. Es gibt keinen Grund, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken und nicht weiterzumachen.“

Am Montag bei Redaktionsschluss waren die Brandsachverständigen noch bei der Ursachenforschung. Ein Ergebnis wird frühestens heute Mittwoch erwartet.